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Pinneberger Tageblatt

27. Juni 2017 | 02:15 Uhr

VHS fördert die Integration

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Angebotserweiterung Neuer Kursus für Berufseinsteiger und neuer gelenkschonender Boden in Halstenbek

Die Volkshochschule (VHS) Halstenbek hat ihr Angebot an Integrationskursen erweitert. Sie bietet einen neuen Kursus für Migranten, die in den Beruf einsteigen möchten, an. Der Sprachkursus B2, dessen Lernziel laut dem gemeinsamen europäischen Referenzraum die selbstständige Sprachverwendung ist, richtet sich an Fortgeschrittene. „Ich bin froh, dass ich mich hierfür erfolgreich beworben habe“, sagt VHS-Leiterin Beate Lorkowski. Das Angebot ist mit allen zugelassenen Trägern im Kreis – wie dem Diakonieverein Pinneberg und den Volkshochschulen – abgestimmt.

23 Teilnehmer befinden sich aktuell im Kursus der VHS. Die Kooperation mit den anderen privaten und öffentlichen Bildungseinrichtungen bezeichnet Lorkowski als „sehr erfolgreich“. Monatlich beginnt an einer der zehn Bildungseinrichtungen ein B2-Kursus. Lorkowski und Fachbereichsleiterin Sara Grafschafter können einzelne Interessenten bei belegtem Kursus in Halstenbek so beispielsweise an andere Städte und Gemeinden im Kreis verweisen. Bürgermeister Claudius von Rüden lobte die erfolgreiche Arbeit. „Die Integration macht nicht an der Gemeindegrenze halt“, betonte er. Flüchtlinge mit guten Deutschkenntnissen müssten nun nicht mehr monatelang auf einen Platz warten.

Die VHS Halstenbek erhöhte ihre Zahl an Integrationskursen im vergangenen Jahr. Insgesamt laufen dort – einschließlich eines Kursus in Schenefeld – fünf Kurse in unterschiedlichen Formaten. Für den neuen Sprachkursus auf B2-Level sind 300 Unterrichtseinheiten vorgesehen. Die Teilnehmer besuchen das Angebot mit dem Ziel, ein für die Ausbildung qualifizierendes Zertifikat zu erwerben. Das B2-Angebot vermittelt allgemeine Inhalte wie beispielsweise Berufskultur. Dazu gehört es, Verhaltensregeln einzuüben und Bewerbungen zu schreiben. „Die Integration funktioniert nur über Ausbildung und Beruf“, betont von Rüden. Deshalb biete ein solches Angebot Perspektiven für Migranten.

„Manche von den Geflüchteten haben schon konkrete Pläne und sind sehr motiviert“, berichtet Dozentin Grafschafter. Sie ist überzeugt, dass sie ihr Berufsziel auch erreichen. Voraussetzung für den Kursus ist ein bestandener Integrationskursus auf B1-Niveau. „Die meisten der Teilnehmer hier möchten eine Ausbildung machen“, erläutert Grafschafter. Einige müssten erst verstehen, dass eine Ausbildung hier oft höherwertiger sei als ein Studium in ihrem Land.

Das seit einem dreiviertel Jahr bestehende, vom Deutschen Volkshochschul-Verband geförderte Angebot „Einstieg Deutsch“ läuft ebenfalls erfolgreich. „Wir haben den Kursus aufgenommen, um beispielsweise Menschen aus Afghanistan ein Angebot zu unterbreiten“, erläutert Lorkowski. Diese dürfen keinen vom Bamf geförderten Integrationskursus besuchen, weil sie aus einem sogenannten „sicheren Herkunftsland“ stammen. „Ein solches Angebot ist wichtig“, betont von Rüden. Afghanen müsse trotz unsicherer Bleibeperspektive ein Einstieg in das gesellschaftliche Leben ermöglicht werden.

Neues gibt es auch für die Bewegungskurse: Ein gelenkschonender Hallenboden wurde im Mehrzweckraum verlegt – eine Bereicherung laut Lorkowski und Grafschafter. Die VHS finanzierte den Boden, der 11  055 Euro kostete, aus mit den Kursen erwirtschafteten Mitteln. „Der Raum bedeutet, dass alle Gesundheitskurse, wie Tanzangebot, gelenkschonend veranstaltet werden können“, bilanzierte Lorkowski.

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erstellt am 08.Jun.2017 | 16:00 Uhr

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