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Investitionen im Kreis Pinneberg : VHH schafft neues Zentrum für E-Busse

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein investieren in Schenefeld. Außerdem wird das E-Ticketing in Zukunft ausgeweitet.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2016 | 16:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) machen Schenefeld fit für ihre E-Bus-Flotte. Von 2020 an sollen in Hamburg nur noch emissionsfreie Fahrzeuge gekauft werden. In Schenefeld werden dann zahlreiche Wagen geladen und gewartet. Das Projekt ist Teil der von der Hansestadt vorgegeben Strategie in der Elektromobilität. Außerdem nimmt das Unternehmen E-Ticketing, Kundenservice und Mitarbeitergewinnung in den Fokus.

Elektromobilität: „Wir werden einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag in Schenefeld investieren“, sagte VHH-Geschäftsführer Toralf Müller gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Auf dem Betriebshof werden in Zukunft E-Busse geladen, gewartet und Fahrer geschult. Erste Erfahrungen mit dem Umbau sammeln die VHH derzeit in Bergedorf. In zwei bis drei Jahren folgt die Infrastruktur in Schenefeld.

Aktuell testen die VHH zwei Elektrobusse in Blankenese. „Mit den Bergziegen haben wir gute Erfahrungen gemacht. Sie überwinden bis zu 16 Prozent Steigung zwischen Elbufer und höher gelegenen Stadtteilen“, sagte Müller. Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit seien mit denen von Dieselwagen vergleichbar. Damit unterscheiden sich die Modelle vom Elektrobus der Kreisverkehrsgesellschaft Pinneberg, der meistens in der Werkstatt steht. Ab August fahren auf der Metrobuslinie 3 zwei elektrische Gelenkbusse. Technisch setzten die VHH auf Fahrzeuge, die über Nacht am Kabel geladen werden. Alternativen wären Induktionsschleifen und Pantographen, eine Art Oberleitungs-Ladestationen.

Ob auch im Kreis Pinneberg bald E-Busse unterwegs sind, hängt laut Müller vom Kreistag ab. „Es ist Sache unserer Eigentümer, zu denen die Kreise gehören, darüber zu entscheiden.“ Für Hamburg hat die Bürgerschaft die Vorgabe gemacht, alle Busse umzustellen.

Check-In-Be-Out-System

E-Ticket: Bisher können Kunden Fahrscheine mit einer App für das Smartphone kaufen und sie beim Busfahrer vorzeigen. Geplant ist nun ein Check-In-Be-Out-System. Beim Betreten des Busses registrieren sich Kunden mit einem Knopfruck auf ihrem Smartphone. Abgebucht wird über ein Nutzerkonto oder die Dienste Apple Pay oder Google Pay, sofern sie dann in Deutschland verfügbar sind. „Wir testen das Ticket-System bereits. Der Einführungszeitpunkt ist noch offen“, sagte Müller.

Bereits 2017 soll es aber ein E-Ticket in Form einer neuen Karte geben. Guthaben und Fahrschein laden die Kunden auf einen Chip, den sie im Bus an ein Ladegerät halten. Dieses System ist in vielen Großstädten weltweit erprobt. Die Technik soll kompatibel mit der anderer deutscher Verkehrsbetriebe sein, sodass die Karte bundesweit nutzbar ist. Auch Pendler aus dem Kreis Pinneberg werden die Tickets nutzen können.

Kundenservice: Etwa 18  Millionen Euro nehmen die VHH in die Hand, um ein neues Echtzeit-Informationssystem für die Kunden aufzubauen. „Auf Displays in den Bussen und auf Smartphones bekommen die Passagiere Infos zu Verspätungen und Anschlüssen. Außerdem können Busfahrer den Hinweis erhalten, auf einen Zubringerbus zu warten“, sagte Müller. Voraussetzung für den Erfolg ist, dass alle Verkehrsbetriebe in der Region mitmachen und so auch der Umstieg etwa in die U-Bahn leichter wird.

Neue Mitarbeiter: „Wir sind zwar mehrheitlich in hanseatischer Hand, aber eigentlich ein schleswig-holsteinischer Arbeitgeber“, sagte Müller. Etwa 1200 der 1600 Mitarbeiter, darunter 200 Auszubildende, seien im Umland beschäftigt. Spitzenreiter ist der Kreis Pinneberg mit insgesamt 900 in Schenefeld, Quickborn und Elmshorn. Das Unternehmen versucht, mit dem Jobcenter ältere Langzeitarbeitslose zu qualifizieren. „20 Teilnehmer sind in dem Programm. 60 haben es bereits durchlaufen. Erfolgreichen Absolventen geben wir eine Job-Garantie. Die Quote liegt bei etwa 50 Prozent. Das werten wir als Erfolg“, sagte Müller.

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