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Kindertagespflege neu geregelt : Vertrag zwischen Bildungsstätten, Kommunen und dem Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bockholt-Hanredder und Ellerhoop noch mit Sondervereinbarung.

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2015 | 12:15 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Familienbildungsstätten, der Kreis Pinneberg und die Kommunen in der Region haben die Vermittlung und Qualifikation von Tagesmüttern neu geregelt. Vertreter der Kreisverwaltung und der Bildungsstätten haben gestern erläutert, warum Neuerungen ihre Arbeit erleichtern werden.

Grundlage für die Arbeit der Bildungsstätten ist ein Vertrag zwischen deren Trägervereinen, den Gemeinden und dem Kreis. Zwei Dinge wurden darin neu geregelt: Zum einen sollen die Bildungsstätten fünf Jahre lang einen festen Betrag von den Kommunen bekommen. Bisher mussten die Trägervereine jährlich bei den Gemeinden anklopfen und Geld beantragen. Außerdem verändert sich der Finanzierungsschlüssel. Bisher trugen die Kommunen 55 Prozent, der Kreis trug 45 Prozent der Vermittlungs- und Ausbildungskosten. Nun ist es umgekehrt. Während der kommenden fünf Jahre zahlt der Kreis 246.000 Euro, die Kommunen zahlen zusammen 202.000 Euro pro Jahr. Ihr jeweiliger Anteil richtet sich nach der Zahl der unterdreijährigen Einwohner. 48 Gemeinden sind mit im Boot. Einzige Ausnahmen: Bockholt-Hanredder und Ellerhoop. Sie wollen zunächst im Einjahresrythmus bleiben.

Birgit Schucht, in der Kreisverwaltung für Jugendangelegenheiten zuständig, sagt: „Das neue Modell ist ein großer Erfolg. Die Kommunen zahlen jetzt weniger. Und die Bildungsträger müssen nicht mehr jährlich neue Förderanträge stellen.“ Das Modell solle nach drei Jahren überprüft werden. Für Eltern und Tagesmütter wird sich mit den Neuregelungen auf Verwaltungsebene allerdings nichts ändern.

Der Bedarf an Kindertagespflege hat in der Vergangenheit stark zugenommen. Laut Verwaltung ist die Zahl der Kinder, die von Tagesmüttern betreut werden, von etwa 100 Mitte der 1990er Jahre auf etwa 1500 gestiegen. Einen Schub habe der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für die Unterdreijährige gegeben. Wenn es keinen Krippenplatz gibt, dient die geförderte Tagespflege als Ersatz.

270 Kindertagespflegekräften

Die Familienbildungsstätten kümmern sich um die Ausbildung von Kindertagespflegekräften, von denen es im Kreis etwa 270 gibt. Etwa ein Dutzend davon ist männlich. „Im Gegensatz zu früher machen das heute etwa 90 Prozent hauptberuflich“, sagt Wiebke Lohse-Lowald von der evangelischen Familienbildung Pinneberg.

Gesetzlich festgelegt ist eine Betreuungsquote von 35   Prozent der Unterdreijährigen. Im Kreis Pinneberg werden laut Verwaltung 36 Prozent erreicht. Mitte 2014 waren etwa 1500 Kinder in Krippen (62 Prozent) und 940 bei Tagespflegekräften (38 Prozent) untergebracht. Die Tagespflege kostet monatlich im Schnitt 345 Euro (bei 20 Stunden pro Woche), ein Krippenplatz 219 Euro.

Die über die Familienbildungsstätten vermittelten Kindertagespflegekräfte müssen in ihren Wohnungen ausreichend Platz und die Möglichkeit für die Kinder bieten, draußen zu spielen. Sie müssen sehr gut Deutsch sprechen und mindestens 21 Jahre alt sein. Zur Qualifikation gehören 120 Theoriestunden, etwa in Psychologie und Pädagogik, 40 Stunden Praktikum und 40 Seminarstunden, in denen die Praktikumserfahrungen behandelt werden. Die Schulung erstreckt sich über ein Jahr.
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