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Pinneberger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 21:01 Uhr

„Vertrag ist so nicht hinnehmbar“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Torneschs Hauptausschuss kritisiert Neuausrichtung der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg

„Was die Vermarktung von Grundstücken angeht, haben Quickborn, Elmshorn, aber auch wir sehr von der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg profitiert, sagte Torn- eschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU) am Montagabend während der Sitzung des Hauptausschusses. Er wolle an der Zusammenarbeit mit der WEP festhalten. „Wir schaffen es nicht allein, unsere Grundstücke so zu vermarkten wie die WEP“, sagte Krügel vor allem im Hinblick auf die Schaffung neuer Gewerbeflächen in Autobahnnähe.

Außer dem Schuldenabbau hat die WEP in den vergangenen zehn Jahren mehr als 44 Millionen Euro an Investitionen im Kreis angeschoben. Seit dem Kreistagsbeschluss 2014 darf sich die WEP nur an Projekten beteiligen, die mehrheitlich von den Kommunen finanziert und von den Kreisgremien abgesegnet werden. Damit das alles juristisch in sauberen Tüchern ist, soll eine neue Gesellschaftsform entstehen: Die WEP Kommunalholding GmbH, die aus 13 Gesellschaftern bestehen soll, die auch das Stammkapital von 26  000 Euro einbringen sollen – also 2000 Euro pro Gesellschafter plus zusätzliche 1000 Euro. „Für uns wäre es gut, wenn wir da mitmachen könnten“, warb Krügel für die Bereitstellung der Gelder.

„Man darf nicht vergessen, dass der Kreis mit den Stimmen von CDU und den Grünen einem gut funktionierenden Unternehmen Fußfesseln angelegt hat“, kritisierte Manfred Fäcke (SPD) die Neuausrichtung der WEP und ergänzte: „Die entstehenden Kosten werden vom Kreis auf die Kommunen umgelegt.“ Dennoch könne Tornesch sich nicht verweigern: „Wir schaden uns sonst selbst. Uns ist auch daran gelegen, die Gewerbegebiete zu vermarkten.“ Er kritisierte die unnötige Schaffung eines großen Verwaltungsapparates und längere Entscheidungswege. „Das ist ein Schlag ins Gesicht einer exzellenten Fachfirma“, sagte Fäcke. Er sprach sich – wie die anderen Hauptausschussmitglieder – für die Bereitstellung des Geldes aus. Allerdings wurde sein Antrag darum ergänzt, dass Krügel gegenüber Landrat Oliver Stolz sowie im Kreistag noch einmal die Folgen der Änderung aufzeigen solle. „Wir wollen den Vertrag so nicht hinnehmen, werden aber zustimmen, weil wir sonst der Stadt Tornesch schaden“, sagte Fäcke. Krügel wird das Thema erneut auf die Tagesordnung des Kreises bringen, sah aber wenig Änderungsmöglichkeiten: „Wir haben das Thema in der Bürgermeisterrunde mehrfach mit dem Landrat diskutiert. Daher habe ich die Kritik an der neuen Struktur direkt übersprungen.“

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