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Haseldorf : Verstärkung fürs Elbmarschenhaus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Internationales Team engagiert sich während der kommenden Monate im Naturschutz. Zeit für die berufliche Orientierung.

Haseldorf | Das Elbmarschenhaus in Haseldorf hat ein neues Team aus Freiwilligen. Jannik Schnee, Karent Melissa Rodriguez Perez und Ronja Prager leisten ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Unterstützt werden sie und Schutzgebietsbetreuer Uwe Helbing von Bundesfreiwilligendienstlerin (Bufdi) Jeanette Seewald. Das Elbmarschenhaus ist ein überregional bekanntes Zentrum für Naturschutz sowie Umweltpädagogik und Anlaufstelle für zahlreiche Ausflügler.

Das junge Team ist eine internationale Truppe. Den weitesten Weg hat Karent Melissa Rodriguez Perez (22) hinter sich. Die Kolumbianerin aus Bogota war als Au-Pair in Niedersachsen, als sie sich beim Jugendpfarramt Koppelsberg der Nordkirche in Plön (Kreis Plön) für ein FÖJ bewarb. Das Jugendpfarramt ist Träger der FÖJ-Stelle. Rodriguez Perez hat in Kolumbien Forstwirtschaft studiert. „Die Vogelkunde ist zwar neu für mich. Aber ich habe großes Interesse an Naturthemen. Die Stelle hier ist perfekt für mich“, sagt die 22-Jährige, die im Internet auf FÖJ-Stellen im Naturschutz gestoßen ist. „Der Job hilft mir auch, viele neue Leute kennenzulernen.“

Jeanette Seewald kommt aus dem österreichischen Voralberg, hat vor ihrem Umzug an die Elbe in München gelebt. Jetzt leistet die Ingenieurin ein halbes Jahr lang Dienst als Bufdi. „Ich bin eigentlich Mechatronikerin“, sagt Seewald. Nach einem Orts- und Berufswechsel wollte sie eine Auszeit nehmen. „Die Küste ist für die Ornithologie besonders interessant. Und so bin ich über eine Datenbank auf das Elbmarschenhaus gestoßen.“

Ronja Prager (19) aus Hamburg-Neugraben und Jannik Schnee (18) aus Hamburg-Lockstedt haben in diesem Jahr Abitur gemacht und nutzen das ökologische Jahr auch, um sich für Studium und Beruf zu orientieren. „Ich weiß noch nicht, was ich später machen möchte. Vielleicht lerne ich hier interessante Leute kennen, von denen ich Tipps oder Ideen für passende Studiengänge bekomme“, sagt Prager. Schnee ist schon etwas weiter: „Ich wollte nicht sofort studieren und hatte mich zuerst für eine Ausbildung als Tierpfleger beworben. Das habe ich nach dem Vorstellungsgespräch aber wieder verworfen. Ich habe einen FÖJler kennengelernt, der mich auf die Idee brachte, ein freiwilliges Jahr zu machen“, sagt Schnee. Bei Recherchen sei er dann auf die Trägergemeinschaft Wattenmeer gestoßen, in der fünf Naturschutzorganisationen zusammenarbeiten und FÖJ vermitteln. Nach seinem Dienst will er Tiermedizin oder Biowissenschaften studieren.

Das junge Team wohnt in einer WG in Hohenhorst. „Das FÖJ bringt mich auch sozial weiter. Es ist ein Testlauf: Wie lebt es sich in einer WG?“, sagt Schnee. Die Aufgaben der FÖJler und Bufdis sind breit gefächert. Einmal pro Woche sind sie für Vogelzählungen unterwegs. Sie kümmern sich um Umweltbildung an Schulen, die Nabu-Jugendgruppe, führen Kinder durch den Wassererlebnisbereich in Hetlingen, organisieren Ausstellungen im Elbmarschenhaus, arbeiten im Haseldorfer Naturschutzzentrum an der Hafenstraße und helfen Mitarbeitern des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume bei der Pflege von Naturschutzflächen.

Die ersten Wochen waren voller neuer Eindrücke: „Ich habe hier zum ersten mal einen Seeadler und Seehunde gesehen“, sagt Prager. „Und während eines Seminars auf Sylt haben wir einen Wal, Meeresleuchten und eine Sternschnuppennacht beobachtet.“

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erstellt am 11.Sep.2015 | 16:00 Uhr

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