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„Haben eine positive Grundstimmung“ : Versammlung zum Thema Flüchtlinge lockt fast 500 Halstenbeker in Gymnasiumaula

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 14:00 Uhr

Halstenbek | „Gemeinsam können wir das schaffen“, sagte Miriam Utz, Koordinatorin der Gruppe „Willkommen in Halstenbek“, am Montagabend während der Einwohnerversammlung in der Aula des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums zum Thema Flüchtlinge. Eine ähnliche Äußerung wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) inzwischen von vielen vorgehalten. Utz freute sich dagegen über den Beifall der fast 500 Besucher.

Nicht nur in dieser Situation zeigte sich: In vielen Orten mag die Stimmung gekippt sein. In Halstenbek herrscht dagegen weiter Optimismus. „Ich bin froh, dass wir immer noch eine positive Grundstimmung haben“, sagte deshalb Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann. Sie räumte ein, dass sie nicht ganz ohne Sorgen in die Versammlung gegangen sei. Umso größer war die Erleichterung, dass die Einwohner mit dem Krisenmanagement der Gemeinde offensichtlich zufrieden sind. „Uns ist es wichtig, die Bürger einzubinden“, so Hoß-Rickmann. Deshalb wurde bereits die zweite Infoveranstaltung innerhalb weniger Monate ausgerichtet. Außer der Bürgermeisterin und Utz standen aus dem Rathaus Susanne Dietrich, Fachbereichsleiterin Bürgerservice, und Gisela Sinz-König, Chefin für Bauen und Umwelt, sowie außerdem Lilli Kerbel vom Diakonieverein Migration und Mike Schirdewahn, Leiter des Polizeireviers Rellingen, Rede und Antwort.

Hoß-Rickmann betonte, dass die Willkommenskultur und die Unterstützung der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer in Halstenbek außergewöhnlich seien. Mehrsprachige Hausarztsprechstunden, eine Fahrradwerkstatt, Paten für alle Flüchtlinge, sozialpädagogisches Personal - Gemeinde und Helfer tun alles, damit sich die Asylbewerber integrieren können. „Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe“, so die Verwaltungschefin. Derzeit leben laut Dietrich in Halstenbek 231 Flüchtlinge in 35 verschiedenen Unterkünften. Die Gemeinde hat bereits mehr als 30 Wohnungen angemietet. „Wir halten am Konzept der dezentralen Unterbringung fest“, betonte die Fachbereichsleiterin. So solle eine Ghettobildung vermieden werden. Dass wie im A23 am Neuen Weg 59 Migranten an einem Standort wohnen, solle die Ausnahme bleiben.

Die Fachbereichsleiterin erklärte zudem, dass die Gemeinde sich nicht auf den von manchen Bürgern befürchteten Ansturm von Vertriebenen vorbereiten müsse. „Fünf Millionen Flüchtlinge müssten nach Deutschland einreisen, damit 1000 in Halstenbek ankommen“, so Dietrich. Auch von zusätzlicher Kriminalität ist laut Schirdewahn derzeit nichts zu bemerken.

Am Ende lobten viele Halstenbeker, wie offen die Gemeinde mit dem Flüchtlings-Thema umgeht. Es gab aber auch etliche Nachfragen und reichlich Diskussionsbedarf. Ein Bürger wollte beispielsweise wissen, wie es denn gelingen soll, die Flüchtlinge an einen strukturierten Tagesablauf zu gewöhnen, um sie auf das Leben in Deutschland vorzubereiten. Einen anderen interessierte, wie viele Asylbewerber noch in Halstenbek zu erwarten sind. Nicht alle Fragen konnten beantwortet werden. „Wir müssen es so machen, wie es kommt. Die große Politik können wir nicht beeinflussen“, sagte Hoß-Rickmann.

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