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Laden in der Hauptstraße : Verliert Appen auch noch die Post?

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Karen und Manfred Ramcke betreiben die Post in Appen. Doch nach dem Aus für die Nahversorger suchen sie einen Nachfolger für ihren Laden.

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Appen | Nach Schlecker, Gasthof Kröger, Polizeistation und Sparkasse: Verliert Appen jetzt auch noch die Post? Fakt ist: Karen und Manfred Ramcke suchen einen Nachfolger für ihren Laden an der Hauptstraße. Sollte sich kein Interessent finden, wäre es das Aus. Ein Stück Geschichte neigt sich dem Ende zu. Post, Lotto, Reinigung, Zeitschriften, Getränke – das Geschäft des Ehepaars bietet so ziemlich alles und ist deshalb schon seit Jahrzehnten nicht aus Appen wegzudenken. „Wir hören aus Altersgründen auf“, berichtet Manfred Ramcke. Er selbst ist 76, seine Frau wird bald 70. Da denke man zwangsläufig an den Ruhestand, erklärt Ramcke. So wird das Ende einer Ära eingeläutet. Bereits 1956 eröffnete Karen Ramckes Mutter einen kleinen Laden an der Hauptstraße. Ihre Tochter übernahm Mitte der Siebziger. „Wir haben vermutlich das älteste Geschäft im Ort“, erklärt Manfred Ramcke stolz.

Von Abschiedsstimmung ist trotz des baldigen Endes nichts zu spüren. Noch geht alles seinen gewohnten Gang. Die Kunden kommen reichlich und werden von Karen Ramcke bedient. Dabei bleibt auch immer Zeit für einen kleinen Plausch. „Das gehört auf dem Dorf einfach dazu“, sagt Manfred Ramcke. Er selbst wirkt eher im Hintergrund, kümmert sich um Organisatorisches und sorgt dafür, dass die Technik funktioniert. Ein Datum, an dem sie definitiv schließen, gibt es nicht. „Das kann aber ganz kurzfristig geschehen“, so Manfred Ramcke. Noch ist die Arbeit ein wichtiger Teil ihres Lebens, Karen Ramcke bezeichnet das Geschäft sogar als ihr „Wohnzimmer“. Das Ehepaar hofft, dass sich jemand findet, der den Laden kauft.

Eine Vermietung kommt nicht in Frage. Die Inhaber wollen so eine langfristige Lösung sicherstellen und sind bereit, die Nachfolger am Anfang zu unterstützen. „So können wir den Einstieg in Appen erleichtern und dabei helfen, die örtlichen Gepflogenheiten kennenzulernen“, sagt Manfred Ramcke. Denn zu „Düt un Dat“ – so heißt der Laden an der Hauptstraße offiziell – gehört nicht nur der Verkauf.

Das Geschäft sei gerade für die Älteren in der Gemeinde ein wichtiger Treffpunkt, an dem Neuigkeiten ausgetauscht werden, berichten die Inhaber. Manche erzählen auch von privaten Sorgen. So sollte ein neuer Betreiber gut zuhören können, aber nicht unbedingt einen Beitrag zum Dorfklatsch leisten.

Es sei ihnen wichtig, dass ihr Nachfolger Herzblut in die neue Aufgabe einbringt, erklären Manfred und Karen Ramcke. Sollte sich kein geeigneter Kandidat finden, hat das Ehepaar bereits einen Plan B in der Tasche. Das Geschäft könnte ohne Weiteres zur Wohnung umgebaut werden. Das wäre dann allerdings das Aus für Post und Lotto in Appen.

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