„Autofahrer, nehmt Rücksicht“ : Verkehrsschild in Halstenbek sorgt für Aufregung

Das Schild vor der Bahnunterführung am Siebentunnelweg sorgt für Verwirrung. Der Bauausschuss will am 10. Oktober den Beschluss, das Radler die Straße benutzen müssen, überprüfen.
Die Strecke ist gefährlich, weil Autofahrer das Tempo-20-Limit oft nicht einhalten.

Es gibt scharfe Kritik, weil Fahrradfahrer auf der Straße fahren müssen. Der Bürgermeister kündigt eine Überprüfung an.

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26. September 2017, 16:00 Uhr

Halstenbek | „Das ist ja ein ganz gefährlicher Schildbürgerstreich. Sie zwingen mit der Aktion, jüngere und ältere Menschen auf der Straße zu fahren. Das ist Nötigung!“ Michael Rosa aus Halstenbek nimmt kein Blatt vor den Mund. „Radfahrer müssen die Fahrbahn nutzen. Autofahrer, bitte nehmt Rücksicht!“ heißt es auf der Tafel, die an der Ampel vor der Einfahrt durch den Bahntunnel am Siebentunnelweg befestigt ist. Rosa fordert Verwaltung und Politik auf, diesen Schilderwald zu lüften.

Direkt als Verantwortlicher angesprochen, zeigt sich Halstenbeks Bürgermeister Claudius von Rüden (SPD) kompromisslos. Generell, so der Verwaltungschef, stimme er der Aussage von Rosa zu. Denn generell gehe das Miteinander von Radfahrern und Autofahrern eher nicht. Doch von Rüden lässt keine Zweifel daran, dass vor Ort alles rechtens sei. „Allein durch die Tatsache, dass das Tempo-20-Schild die Autofahrer anhalten soll, vom Gaspedal zu gehen, dürfte es zu keinen Konflikten mit Radfahrern kommen.“ Doch das Problem vor Ort liege auf der Hand: „Das Tempo wird nicht eingehalten.“

Das Schild habe einzig und allein einen Grund: „Es soll verdeutlichen, dass die Radler, die älter als zehn Jahre sind, auf die Straße müssen“, erklärte am Mittwoch von Rüden die Rechtslage. Der Siebentunnel sei einfach zu eng. Deshalb habe sich die Politik entschlossen, die alte Regelung, dass Radfahrer und Fußgänger gemeinsam den Weg nutzen können, aufzuheben. Eine Radikallösung, dass die verantwortliche „Bahn den Tunnel an dieser Stelle in die Luft sprengt und neu bauen wird“, werde es nicht geben. „Deshalb sei es um so wichtiger, dass der politische Beschluss angenommen wird. Autofahrer, bitte nehmt Rücksicht“, lautet der Appell des Verwaltungschef.

Er kündigte in gleichem Atemzug an, die Beschwerde nicht unter den Tisch fallen zu lassen. „Am 10. Oktober wird der Bauausschuss das Thema aufgreifen und beraten.“

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