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Eggerstedt-Kaserne in Pinneberg : Vereine fürchten Sportplatz-Not

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Welchen Stellenwert hat noch der Sport? VfL und SCP kritisieren die Bauplanung auf dem ehemaligen Kasernengelände. Die Stadt will die Sportplätze nicht erhalten.

Saftiges Grün, ein frisch gemähter Rasen: Ein Paradies für Fußballer, Leichtathleten und Faustballer. Wir stehen auf den Sportplätzen der Pinneberger Kaserne. Hier trainieren junge Kicker. Auch Herren-Mannschaften nutzen das Geläuf. Noch. Der aktuelle B-Plan für das Areal sieht vor, die zwei Rasenflächen aufzugeben. Für Pinnebergs Sportfunktionäre ist das unverständlich. „Diese Plätze müssen erhalten bleiben“, fordert Uwe Hönke, Geschäftsführer des VfL Pinneberg.

Claus Ricke sieht es nicht anders: „Die Politiker müssen umdenken, in der Stadt herrscht jetzt schon Sportplatz-Notstand.“ Ricke führt den SC Pinneberg, dessen Clubheim in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Sportflächen im Süden der Kaserne liegt. Umkleidekabinen und Duschen sind problemlos fußläufig zu erreichen: „Das ist eine vorhandene Infrastruktur, die woanders neu geschaffen werden müsste“, sagt Ricke.

Aktuell sind im Westen des 37 Hektar großen Kasernen-Geländes 250 Wohneinheiten geplant. Im Osten soll Gewerbe angesiedelt werden. Auch für Sport und Freizeit werden Flächen vorgehalten – allerdings im Norden des Areals. Dort gibt’s kein Clubheim. Keine Duschen.

Bauamtschef: "Die Menschen dort wollen ihre Ruhe haben."

Hönke nutzt gar die Gelegenheit, eine neue Initiative für den seit Jahren geforderten Kunstrasenplatz zu starten. Er habe mit dem Bildungsträger Wabe, der auf dem Kasernen-Gelände eine Kita, eine Schule sowie eine Akademie bauen wird, gesprochen. Es bestehe Interesse, gemeinsame Sache zu machen. „Denkbar ist ein Betreibermodell, an dem sich die Wabe beteiligen würde“, so Hönke. Die Kosten für einen Kunstrasenplatz beliefen sich auf 500 000 Euro.

Sollte es beim derzeitigen Konzept inklusive Aufgabe der Kasernen-Plätze bleiben, prognostizieren Hönke und Ricke wachsenden Druck. Schon jetzt gebe es in Pinneberg zu wenig Sportflächen. „Wir haben das oft angemahnt, wurden jedoch nicht in die Kasernen-Planung einbezogen“, sagt Hönke. „Manchmal fragt man sich, welchen Stellenwert der Sport in dieser Stadt noch hat.“

Pinnebergs Bauamtschef Klaus Stieghorst hält einen Erhalt der Sportplätze für ausgeschlossen. Dergleichen sei wegen zu erwartender Lärmentwicklung nicht mit der geplanten, hochwertigen Wohnbebauung vereinbar. „Die Menschen dort wollen ihre Ruhe haben.“ Zudem werde das betreffende Areal dringend als Versickerungsfläche für Niederschlagwasser benötigt.

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erstellt am 25.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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