Pinneberg : Verein Lokale Agenda 21 feiert runden Geburtstag

Die Agenda 21-Mitglieder Astrid Budszus (v. l.), Klaus Marquardsen, Burkhard Brauer, Paul Cwielong sowie Petra und Jürgen Peters begutachtet die Bürgersolaranlage auf dem Dach der Johann-Comenius-Schule in Pinneberg-Thesdorf – eine von vieren, die auf die Initiative der Gruppe zurückgeht.
Die Agenda 21-Mitglieder Astrid Budszus (v. l.), Klaus Marquardsen, Burkhard Brauer, Paul Cwielong sowie Petra und Jürgen Peters begutachtet die Bürgersolaranlage auf dem Dach der Johann-Comenius-Schule in Pinneberg-Thesdorf – eine von vieren, die auf die Initiative der Gruppe zurückgeht.

Zehn Jahre für eine grünere Welt. Mitglieder kämpfen für Nachhaltigkeit. Uno-Beschluss als Initialzündung.

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13. Juni 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Solaranlagen auf Dächern, Baumpflanzaktionen auf Freiflächen und eine spezieller, fair gehandelter Kaffee, den es in zahlreichen Geschäften zu kaufen gibt. Keine Frage: Die Lokale Agenda 21 Pinneberg hat in der Vergangenheit einiges in der Kreisstadt bewirkt. In diesem Monat wird das Gremium, dem gegenwärtig etwa 30 engagierte Bürger angehören, zehn Jahre alt.

Zu den Männern der ersten Stunde zählt Klaus Marquardsen. Der ehemalige Umweltbeauftragte der Telekom. war dabei, als sich im Juni 2005 150 Menschen im Pinneberger Rathaus eingefunden hatten. Sie alle einte das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung der Stadt.

Nachhaltigkeit: Das Wort taucht im Zusammenhang mit der Agenda 21 immer wieder auf, die 1992 in Rio de Janeiro von 172 Staaten beschlossen wurde – als entwicklungs- und umweltpolitisches Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert. Marquardsen zufolge sei der Begriff im Laufe der Zeit immer mehr verwässert worden und werde inzwischen beinahe beliebig verwendet. „Tatsächlich bedeutet Nachhaltigkeit, dass jeder Bürger dieser Erde so leben sollte, dass die nachfolgenden Generationen einen Lebensstil führen können wie die jetzige“, betont er. Das sei dringend notwendig. „Wenn wir so weiter machen wie bislang, dann plündern wir die Erde aus“, so Marquardsen.

Die Mitglieder der Lokalen Agenda 21 Pinneberg befassen sich in verschiedenen Arbeitsgruppen mit den Themen „Fairer Handel“, „Verkehr“, „Energie“, „Car Sharing“ und „Grünflächen“. Zudem gibt es eine sechste Gruppe, die sich dem Erhalt und der Pflege der plattdeutschen Sprache verschrieben hat. „Wir sind alles Ehrenamtler“, sagt Marquardsen, der eine positive Bilanz zieht. „Mittlerweile betreiben wir beispielsweise vier Bürgersolaranlagen, darunter auf den Dächern des Bauhofes sowie der Johann-Comenius-Schule, die insgesamt 74 Kilowatt Strom pro Stunde erzeugen, der ins öffentliche Netz eingespeist wird“, berichtet Marquardsen. Insgesamt habe man bislang 350.000 Kilowattstunden Strom produziert, was ausreiche, um 117 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. „Umgerechnet entspricht das einer Kohlendioxid-Einsparung von 175 Tonnen“, so Marquardsen. 63 Pinneberger seien als Eigentümer mit unterschiedlichen Beträgen an der Anlage beteiligt.

Auch das Projekt „Pinneberger Kaffee“, vor acht Jahren gestartet, laufe gut. Die Bohnen stammten aus dem Sortiment der Fair-Handelsgruppe Gepa und würden neu verpackt mit passendem Aufdruck. Marquardsen: „Fairer Handel bedeutet, dass die Kaffeebauern in Afrika und Südamerika einen korrekten Preis für ihren Kaffee erhalten und nicht in erster Linie Zwischenhändler davon profitieren“, sagt Agenda-21-Mitglied Burkhard Brauer. Mit 3,49 Euro für ein halbes Pfund sei der „Pinneberger Kaffee“, so die Eigenbezeichnung, daher auch ein wenig teurer als andere Sorten.

Trotz aller Erfolge gibt es aber auch ein wenig Wasser im Wein. So hat die Zahl der aktiven Mitglieder seit der Gründung der Agenda-Gruppe um etwa 20 abgenommen. Zudem steige der Altersschnitt stetig. Dabei würden die Aufgaben nicht kleiner. „Nachhaltigkeit, so wie wir sie uns vorstellen, haben wir noch lange nicht erreicht“, so Marquardsen. Als nächstes sei die Ausweitung des Car-Sharing-Angebots geplant. Die gemeinschaftliche Nutzung von Fahrzeugen ist in Pinneberg bislang von drei Standorten aus möglich. „Wir sind da in Gesprächen mit Anbietern“, so Marquardsen.

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