Verbindungsweg wird zum Streitfall

Am Halstenbeker Verbindungsweg .  .  .
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Am Halstenbeker Verbindungsweg . . .

Attraktive Flächen dank guter Anbindung: Gewerbegebiet in Krupunder soll erweitert werden. Anwohner wehren sich.

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29. März 2014, 16:08 Uhr

Runter von der A23. Die Lübzer Straße entlang. Drei Minuten benötigt ein Laster von der Autobahn zum Gewerbegebiet am Halstenbeker Verbindungsweg. Die gute Anbindung macht dortige Flächen attraktiv. Problem nur: In direkter Nachbarschaft stehen Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die Bürgerinitiative „Pro Lebens- und Wohnqualität“ macht gegen zusätzlichen Lärm und Verkehr mobil. Sie könnte im Zweifel sogar den Klageweg beschreiten.

An der geplanten Ausweitung des Gewerbegebiets in Halstenbek-Krupunder führt nach Auffassung der meisten Fraktionen allerdings kein Weg vorbei – ungeachtet möglicher Proteste. „Wenn wir auf die Erweiterung verzichten, rauben wir einem Betrieb die Möglichkeit, sich zu vergrößern und riskieren, dass dieser Halstenbek verlässt“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Volker Dannhauer. Ohne die Erweiterung drohe also der Verlust eines Unternehmens, das mit die höchsten Gewerbesteuern zahle. Mit den Drohgebärden der BI könne er nichts anfangen, da noch nicht einmal konkrete Pläne zur Abstimmung stünden.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Gudrun Gabriel-Schröder erklärte, dass die Grünen unentschieden sind. „Niemand will gern Gewerbe vor seiner Tür haben“, sagte sie. Andererseits brauche die Gemeinde Flächen für die Ansiedlung kleiner und mittlerer Unternehmen. Daran könnten selbst Fortschritte bei der Entwicklung der Greve-Flächen südlich der Wohnmeile nichts ändern. Schließlich sei unwahrscheinlich, dass sich dort kurzfristig etwas tue. So bleibe praktisch nur noch das Areal am Verbindungsweg als Alternative.

SPD-Fraktionschef Christoph Bittner hat Verständnis für die Beschwerden der Anwohner, stellt aber auch klar, dass die Politik das Wohl der gesamten Gemeinde im Auge haben müsse. „Wir benötigen Einnahmen, um die anstehenden Investitionen zu stemmen“, erklärte Bittner. Höhere Gewerbesteuereinkünfte könnten einen Beitrag zur Finanzierung von Schul- und Kitasanierungen beziehungsweise Neubauten leisten.

Lediglich CDU-Fraktionsvorsitzende Kirsten Sajitz spricht sich eindeutig gegen eine Erweiterung am Verbindungsweg aus. „Ich könnte es verstehen, wenn die Bürger klagen“, sagte sie. Aus städtebaulichen Gründen mache eine Erweiterung des Gewerbegebiets keinen Sinn. Die neuen Perspektiven auf den Greve-Flächen (wir berichteten) würden zudem verdeutlichen, dass es durchaus Alternativen gebe.

Bereits seit Mitte 2013 versucht die Gemeinde Halstenbek, das Gewerbegebiet am Verbindungsweg zu erweitern. Das ehemalige Baumschulgelände im Ortsteil Krupunder erstreckt sich vom bestehenden Gewerbegebiet am Bahndamm bis zu den Wohnhäusern am Lindenhof. Es ist im Gespräch, Anwohner mittels einer Schutzwand von möglichem Lärm abzuschirmen.

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