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Im Interview : Veit Poeschel wird neuer Leiter des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums in Halstenbek

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mathematik- und Physiklehrer bereitet sich auf neuen Job vor. Stationen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Paris und Hamburg.

von
erstellt am 01.Sep.2015 | 16:00 Uhr

Halstenbek | Er ist ein Familienmensch, liebt den Sport und das Segeln auf der Alster. In den kommenden Wochen gilt seine Konzentration seinem neuen Direktorenjob in Halstenbek. Im Gespräch erinnert er sich an seine eigene Schulzeit und beschreibt Schule als eine lernende Institution, die sich stets weiterentwickeln muss.

Herr Poeschel, am 1. Februar 2016 beginnt Ihre Amtszeit als Direktor am Wolfgang-Borchert-Gymnasium (WoBo) in Halstenbek. Wie bereiten Sie sich darauf vor?
Veit Poeschel: Zunächst möchte ich an dieser Stelle sagen, dass ich mich sehr über das Vertrauen freue, das mir die Mitglieder des Schulleiterwahlausschusses entgegenbringen. Die Aufgabe als Schulleiter am Wolfgang-Borchert-Gymnasium ist eine anspruchsvolle Aufgabe, der ich mich sehr gerne stelle und auf die ich mich sehr freue. Während meiner nun schon fast zwanzigjährigen Dienstzeit habe ich an verschiedenen Schulen in Schleswig-Holstein, in Niedersachen, in Paris und zuletzt als stellvertretender Schulleiter in Hamburg viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, die ich mitbringe. Mit den Aufgaben eines Schulleiters bin ich bestens vertraut und mit Herrn Schneegaß werde ich mich im Rahmen der Übergabe darüber austauschen können, was das Wolfgang-Borchert-Gymnasiums so besonders macht.

Sie sind noch stellvertretender Schulleiter an der Klosterschule in Hamburg. Seit wann sind Sie in der verantwortungsvollen Position?
Seit August 2011. Die Klosterschule ist ein Ganztagsgymnasium mit kulturellem Schwerpunkt und wurde vor wenigen Monaten für ihr Schulkonzept mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet.

Wie unterscheidet sich die Arbeit eines Vize und Ihre Rolle als Chef des WoBo mit etwa 1000 Schülern?
Von den Dimensionen sind die beiden Schulen in etwa vergleichbar. An der Klosterschule lernen etwa 960 Schülerinnen und Schüler und es sind etwa 95 Lehrkräfte tätig. Außer meinen typischen Stellvertreteraufgaben, zu denen beispielsweise die Erstellung von Stunden- und Vertretungsplänen gehört, sind mir bereits viele verantwortungsvolle Aufgaben eines Schulleiters übertragen worden. So habe ich den Schulleiter in allen relevanten Bereichen vertreten und dabei gemerkt, dass das eine herausfordernde Aufgabe ist, die mir liegt und mir viel Freude bereitet. Als Schulleiter werde ich dann letztlich die Gesamtverantwortung für die Schule tragen.

Ihr Vorgänger, Oberstudiendirektor Karsten Schneegaß, übergibt nach 16 Jahren das Zepter. Wann werden Sie von Ihrer Schule in Hamburg freigestellt, um sich auf die Übergabe vorzubereiten?
Die offizielle Amtsübergabe soll zum 1. Februar 2016 erfolgen, die Freigabe erfolgt zu dem Datum. Herr Schneegaß und ich haben uns bereits getroffen und uns für weitere Gespräche verabredet, um die Übergabe vorzubereiten. Wir haben das große Glück, dass die Nachfolge schon so früh geregelt worden ist und wir viel Zeit für den Austausch haben. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Herr Schneegaß seine Bereitschaft erklärt hat, mich in die Amtsgeschäfte einzuführen. So kann ich an die bewährten Traditionen und Gepflogenheiten des Borchert-Gymnasiums anknüpfen und den Führungswechsel für Schüler, Lehrer und Eltern bestmöglich gestalten.

In einem Jahr wurde am Bickbargen eine neue Schule hochgezogen. Wie ist Ihr erster Eindruck? Was bedeutet eine moderne Schule für die Unterrichtsatmosphäre?
Von dem neuen Gebäude bin ich stark beeindruckt. Es wirkt auf mich freundlich, hell und großzügig. Hier hat die Gemeinde Halstenbek ein zeitgemäßes Schulgebäude bauen lassen, das meines Erachtens hervorragende Lern- und Arbeitsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeiter bietet. Besonders gut gefällt mir, dass das neue Wolfgang-Borchert-Gymnasium mit seiner öffentlichen Bücherei und seiner großen Aula ein wunderschöner Begegnungs- und Veranstaltungsort für die Gemeinde Halstenbek ist.

Wann werden Sie sich dem Kollegium vorstellen?
Bei meinem Besuch in der vergangenen Woche habe ich schon einige Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, die sich sehr beim Umzug engagierten, um den Schulanfang in dem neuen Schulgebäude vorzubereiten. Auch einige Schülerinnen und Schüler waren vor Ort, die sich interessiert ihre neue Schule anschauten. Mein offizieller Dienstbeginn ist am 1. Februar 2016 und dann stelle ich mich den Schülern und Lehrkräften als ihr neuer Schulleiter vor.

Welche Schwerpunkte wollen Sie an Ihrer neuen Schule entwickeln?
Zunächst erst einmal möchte ich die Schüler, die Kolleginnen und Kollegen, die Eltern und Mitarbeiter kennenlernen. Ich sehe Schule als eine lernende Institution, die sich ständig weiterentwickeln muss, um in unserer sich ständig wandelnden Gesellschaft erfolgreich zu bleiben, ohne dabei ihre bewährten Traditionen über Bord zu werfen. Ich bin mir sicher, dass viele interessante und herausfordernde neue Aufgaben auf uns zukommen werden. Eine wichtige Aufgabe, die auf mich zukommen wird, ist es, das neue Schulgebäude mit Leben zu füllen. Der Umzug in einen neue Komplex bietet die Chance, identitätsstiftend zu wirken und ich möchte dazu beitragen, dass dieses große Ereignis die Schulgemeinschaft weiter stärkt. Eine Schulatmosphäre, in der sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeiter wohlfühlen, ist eine wichtige Voraussetzung für das Erbringen guter Leistungen und sorgt auch dafür, dass Eltern ihre Kinder gut aufgehoben wissen.

Warum sind Sie Lehrer geworden?
Für mich ist der Lehrerberuf der schönste Beruf überhaupt. Die pädagogische Arbeit mit jungen Menschen – so anstrengend und aufreibend sie auch manchmal ist – erfüllt mich mit großer Zufriedenheit, weil ich meine Erfahrungen weitergeben und ein Stück Zukunft mitgestalten kann.

Welche Fächer unterrichten Sie?
Meine Fächer sind Mathematik und Physik; das sind nicht unbedingt die Lieblingsfächer vieler Schüler. Aber der technologische Fortschritt in der heutigen modernen Welt, beispielsweise die Erfindung von Autos, Flugzeugen, von Computern und Handys, wäre ohne diese beiden Wissenschaften nicht möglich gewesen.

Bleibt als Schulchef Zeit, um vor der Klasse zu stehen?
Ja, unbedingt! Ich werde zwar nur sechs Stunden pro Woche unterrichten, aber dieser Unterricht ist mir sehr wichtig. Denn der enge Kontakt zu den Schülern hat Priorität. Nur Grußworte zu halten und Verwaltungsarbeit zu leisten, wäre mir zu wenig.

Wenn nicht Lehrer, was wäre dann aus Ihnen geworden?
Der Lehrerberuf war immer mein Wunschberuf. Ich wollte aber auch mal Feuerwehrmann, Pilot und Arzt werden.

Was war das lustigste Ereignis in ihrer Tätigkeit als Lehrer?
Oh, das war ein Erlebnis bei meiner ersten Studienfahrt mit Oberstufenschülern nach Polen. Vor den Augen der Schülerinnen und Schüler wurde ich von der polnischen Grenzpolizei verhaftet. Der Kommandeur der Grenzpolizei legte mir Handschellen an und verlas dann vor allen Anwesenden einen internationalen Haftbefehl. Plötzlich lachten alle – außer mir – und dann stellte sich heraus, dass es sich um eine Geburtstagsüberraschung für mich handelte, die mein Kollege initiiert hatte...

Gibt es etwas, das Sie aus Ihrer Laufbahn ungeschehen machen wollen?
Nein. Sicherlich gab es Situationen, die auf den ersten Blick schwierig erschienen. Da ich aber ein Mensch bin, der den Dialog sucht, gelingt es mir meistens, eine akzeptable Lösung für alle Beteiligten zu finden. Und gerade diese Erfahrungen, die man in solchen Situationen sammeln kann, empfinde ich als wertvoll.

Veit Poeschel nach einem Zehn-Stunden-Tag: Wie gestalten Sie Ihre Freizeit?
Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Familie. Und einen freien Kopf bekomme ich beim Sport und beim Segeln auf der Alster.

Wenn Sie sich an Ihre eigene Schulzeit erinnern: Was hat Ihnen besonders gefallen?
Wir waren eine tolle Klassengemeinschaft. In besonders guter Erinnerung habe ich unsere Ausflüge und Klassenfahrten, bei denen wir immer viel erlebten. Ich erinnere mich gern an meine Schulzeit zurück und das wünsche ich auch meinen Schülern.

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