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Pinneberger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 21:33 Uhr

Vater des Genossenschaftsmodells

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Abschied Wolfgang Hermann, Vorstandsmitglied der Neuen GeWoGe, geht in den Ruhestand / Großer Bahnhof im Cap Polonio

von
erstellt am 01.Apr.2017 | 16:04 Uhr

Nicht jeder hinterlässt Spuren, wenn er in den Ruhestand geht. Spuren, die man sehen kann. Wolfgang Hermann, seit 2005 Vorstandsmitglied der Neuen GeWoGe in Pinneberg, kann jedoch auf das zeigen, was er angeschoben hat. Wohnungen, die bezahlbar sind. Im ganzen Kreisgebiet. Gestern wurde Hermann verabschiedet. Der gebürtige Kölner, den seine berufliche Karriere in den hohen Norden verschlagen hat, geht in den Ruhestand.

Im Cap Polonio kamen am Freitag 120 geladene Gäste, darunter Weggefährten, die Bürgermeister im Kreis Pinneberg und Politiker zusammen, um sein Wirken zu würdigen. Rührend: Die Mitarbeiter führten für ihren Chef ein launiges Theaterstück in drei Akten auf.

„Sachverstand, Kompetenz und hintergründigen Humor“ attestierte ihm Andreas Breitner, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen. Er sagte, dass ein Stück Wolfgang Hermann der Wohnwirtschaft noch erhalten bleibe.

Hermann sei ein Mensch der ersten Stunde, der immer Impulse gegeben habe, lobte Landrat Oliver Stolz. Gemeint ist selbstverständlich seine Rolle bei der Umsetzung des Genossenschaftsmodells. 2004 beschloss der Kreis Pinneberg, seine Beteiligung an der damaligen GeWoGe GmbH zu verkaufen. Gegen diesen Beschluss formierte sich damals heftiger öffentlicher Widerstand, der zu einem Bürgerbegehren führte. Nach langen Verhandlungen wurde die Neue GeWoGe Genossenschaft gegründet – dank Hermann, auch wenn er sich bescheiden gibt: „Ich war einer der Väter.“

„Die Felsbrocken, die uns auf dem Weg zum Ziel behinderten, hast Du damals in Deiner bekannten und bewährten ruhigen Art aus dem Weg geräumt“, erinnerte sich Weggefährte Kai Lorenz vom Vorstand der Neuen GeWoGe, die ein Erfolgsmodell ist: Heute hat die Wohnungsbaugenossenschaft 2190     Wohnungen, 2223 Mitglieder und ein Eigenkapital von 15,74 Millionen Euro.

Doch bei aller Sachlichkeit: „Das Persönliche, das Menschliche kommt innerhalb der GeWoGe nie zu kurz“, sagte  Horst Alsmöller, Aufsichtsratsvorsitzender der Neuen GeWoGe. Mit Hermanns Engagement wurden Mitgliederausfahrten, Nachbarschaftstreffen und das Quellentalfest initiiert. Den scheidenden Hermann nannte Alsmöller „einen Rheinländer, der hier geerdet ist“.

Vorstandskollege Lorenz lobte am Rande der Veranstaltung die gute Zusammenarbeit mit Hermann. „Er hatte eine Strategie. Bei den für ihn wichtigen Dingen ging er in den Zweikampf wie ein Handballer, anderen Sachen hat er großzügig zugestimmt“, so Lorenz.

Das wechselseitige Vertrauen habe auch Hermann bei der Arbeit angetrieben. Wird der Job ihm fehlen? „Die Arbeit wird mir bedingt fehlen, die Begegnungen mit den Menschen werden mir fehlen“, sagte er. Zeit bleibt ihm jetzt, seinen Hobbys zu frönen. Dem Golfen in Quickborn-Renzel zum Beispiel. Sein Handicap liegt bei 30,1. Und ganz der humorige Rheinländer ergänzte er: „Ich freue mich darauf, meine Frau zu ärgern und gleichzeitig verwöhnt zu werden.“

Die Lücke, der er hinterlässt, wird Sandra Maader, schon lange in der Neuen GeWoGe tätig, füllen. Sie war auch die Wunschkandidatin von Lorenz und Hermann.

Maader hat sich vorgenommen, gut in die Fußstapfen von Hermann zu kommen. „Ich will das, was Herr Hermann und Herr Lorenz erarbeitet haben, mit den Zielvorgaben weiter fortsetzen“, sagte sie gestern am Rande der Abschiedsveranstaltung im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir wollen noch besser werden. Auch bei den Beständen.“

Die Bedeutung der Neuen GeWoGe Genossenschaft für den Wohnbau betonte Stolz in seiner Rede: „Die GeWoGe ist gefragter denn je, denn es gibt einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum.“


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