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„Das ist nicht akzeptabel“ : Urte Steinberg wehrt sich gegen Vorwürfe

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Urte Steinberg kommentiert Politiker-Äußerungen zur Verwaltungsarbeit und Personalpolitik im Rathaus.

Pinneberg | Eigentlich äußert sich Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg nicht öffentlich zu Erklärungen der Kommunalpolitiker. Sie sieht es „nicht als sinnvoll an“, sagt sie. Aber die Aussagen der beiden Fraktionsvorsitzenden Joachim Dreher (Grüne und Unabhängige) und Uwe Lange (Die Bürgernahen) in den Sommerinterviews des Pinneberger Tageblatts will sie nicht unkommentiert lassen.

Zum Hintergrund: In der Zeit vom 25. bis 29. Juli kamen im Pinneberger Tageblatt die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, FDP, Grüne und Unabhängige sowie Bürgernahen zu Wort. Dreher sagte darin unter anderem, dass er den Eindruck hätte, dass die Verwaltung gewisse Aufgaben sabotiere und dass sich durch Fälle wie den der entlassenen Werksleiterin Silkata Sahin-Adu ein Duckmäusertum im Rathaus eingestellt hätte, sodass die Mitarbeiter nur Dienst nach Vorschrift machen würden.

Genau da hakt Steinberg ein: „Das ist absolut unfair gegenüber meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung, die Tag für Tag engagiert dabei sind, Probleme zu lösen und sich für Pinneberg und seine Bürgerinnen und Bürger einsetzen“, sagt sie in einer offiziellen Stellungnahme. „Ich jedenfalls danke dem Rathaus-Team für die geleistete Arbeit.“

Drehers Aussagen sieht Steinberg als „beleidigend, pauschal abwertend und destruktiv“. Insbesondere der Kommentar über den Dienst nach Vorschrift wurmt sie. Dieser zeigt laut Steinberg Drehers Unkenntnis über Rathausangelegenheiten. „In jedem Unternehmen und jeder Organisation gibt es Personen mit unterschiedlich ausgeprägten Kompetenzen“, sagt Steinberg. „Alle müssen an möglichst passender Stelle eingesetzt werden, aber Personalentwicklung in einer öffentlichen Behörde geht nicht so schnell.“ Zudem sei diese eine sensible Angelegenheit, betrifft sie doch die Zukunft von Menschen und deren Biographie.

Auch zur ehemaligen Chefin des Kommunalen Service Betriebs, Sahin-Adu, äußert sich Steinberg erneut. „Wenn selbst der Arbeitsrichter formulierte, dass es nicht um eine bestimmte Summe, sondern um die Auffassung und den Umgang in puncto ,mein und dein‘ geht und dann ein Fraktionsvorsitzender sagt, die Verwaltungsleitung solle so einen Rechtsbruch auch noch souverän tolerieren, weil es ,nur um 160 Euro gegangen‘ sei, dann ergibt sich die Frage, wie es denn um das Verhältnis des Fraktionsvorsitzenden zu Recht und Gesetz insgesamt bestellt ist“, heißt es in dem Statement. Dreher hatte die Entlassung mit dem anschließenden Gerichtsprozess als Eskalation bezeichnet, bei der die Bürgermeisterin etwas mehr Souveränität hätte zeigen können. Auch Lange hatte sich für eine interne Lösung ausgesprochen, um nicht „wegen einer Kleinigkeit die Keule zu schwingen“. Steinberg hingegen fragt: „Wo fängt die Schadenssumme an, bei der dann auch die von ihm (Dreher, a.d.R.) genannte Souveränität aufhört – 165 Euro oder 1000 Euro oder 10.000 Euro?“

Lange hatte zudem den Umgang mit dem Rathausmitarbeiter Michael Artus, der vom Fachbereich Finanzen zum Fachbereich zwei, Soziales, Kultur und Sport, versetzt wurde, kritisiert. Er hatte der Verwaltung vorgeworfen, trotz Umstrukturierung nicht so zu funktionieren wie sie sollte. Steinberg entgegnet: „Personalfragen öffentlich zu diskutieren und dabei konkrete Namen zu nennen, ist unprofessionell und verfehlt. Lange Andeutungen und Unterstellungen schaden eher den genannten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Die Bürgermeisterin erläutert weiter: „Nach meinem Eindruck wird jetzt schon begonnen, auf dem Rücken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses Stimmung für die Kommunalwahl zu machen. Das ist nicht akzeptabel.“ Die nächsten Kommunalwahlen stünden im Mai 2018 an. „Es wäre lösungsorientiert, wenn die beiden Fraktionsvorsitzenden zu einem sachbezogenen Dialog zurückfinden könnten.“

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erstellt am 04.Aug.2017 | 12:00 Uhr

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