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Kreis Pinneberg : Unwissenheit der Arbeitgeber als Einstellungshemmnis

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kreis Pinneberg | „Schwerbehinderte Menschen sind nach wie vor bundesweit stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Menschen ohne Behinderung. Und dies, obwohl sie oftmals über gute Qualifikationen für den Arbeitsmarkt verfügen“, heißt es seitens des Landessozialministeriums. „In Schleswig-Holstein haben rund 5200 Menschen mit Schwerbehinderung keine Arbeit.“ Das entspreche einer Quote von 5,6Prozent an allen Arbeitslosen. Im Kreis Pinneberg sind laut Arbeitsagentur 431 Menschen mit Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet.  Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen bleibe der Anteil in Schleswig-Holstein bedauerlicherweise konstant.

„Oft wird Menschen unterstellt, dass sie nicht leistungsfähig genug sind“, sagt Axel Vogt, Beauftragter für Menschen mit Behinderung im Kreis Pinneberg. So einfach sei es für diese Menschen nicht, den Job zu wechseln. „Es gibt Vorbehalte, solche Menschen zu integrieren“, so Vogt.

Oft seien Unwissenheit über die Rechte und Pflichten von schwerbehinderten Menschen ein Einstellungshemmnis. „Dabei dominieren falsche Vorstellungen über den besonderen Kündigungsschutz für Schwerbehinderte. Stichwort: unkündbar“, so ein Sprecher des Sozialministeriums. Zwar bedürfe die Kündigung der Zustimmung des Integrationsamts, das aber selten der Kündigung widerspreche, wenn die Schwerbehinderung der Grund sei. Etwa 90 Prozent der Kündigungen seien betriebs- oder verhaltensbedingt und unterlägen damit nicht dem besonderen Kündigungsschutz.

In etwa 5000 Unternehmen in Schleswig-Holstein mit mehr als 20 Arbeitsplätzen sind von 680.000 Arbeitsplätzen 24.000 mit schwerbehinderten Menschen besetzt. Dies entspricht einer Quote von 3,5 Prozent. Schleswig-Holstein liegt damit laut Sozialministerium unter dem Bundesdurchschnitt. Um die Teilhabe von Menschen mit Schwerbehinderung auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, fördere das Integrationsamt im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung aus Mitteln der Ausgleichsabgabe verschiedene Modellvorhaben wie etwa das Aktionsbündnis Schleswig-Holstein, ein Netzwerk, in dem das Ministerium, der Unternehmensverband Nord, die Bundesagentur für Arbeit, Handwerk, Kommunen, Integrationsfachdienste und Deutsche Rentenversicherung vereint sind.  Neben Beratungs- und Qualifizierungsangeboten werden Modellprojekte im Bereich des Handwerks, der Freien Wohlfahrtspflege sowie im Bereich des Übergangs von der Schule ins Berufsleben gefördert.

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erstellt am 15.Dez.2015 | 09:30 Uhr

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