Reparaturen, Grünschnitt und Winterdienst : Unterwegs mit der Straßenmeisterei im Kreis Pinneberg: Sie schuften für freie Fahrt

Mit schwerem Gerät auf der Straße: Eine Maschine mit Mähwerkzeug befreit die Bankette von wucherndem Grün.
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Mit schwerem Gerät auf der Straße: Eine Maschine mit Mähwerkzeug befreit die Bankette von wucherndem Grün.

Der Kreis ist für etwa 100 Kilometer Fahrbahn, etwa 80 Kilometer Radweg und etwa 30 Brücken zuständig. Und dort gibt es einiges zu tun.

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04. Juni 2018, 15:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Langsam schiebt sich der Unimog mit riesigem Rasenmäher an einem Schwenkarm über die K19 bei Klevendeich. Im Schritttempo verpasst er dem Grün der Bankette einen luftigen Sommerschnitt. Hinterm Steuer sitzt einer von sieben Straßenwärtern, die sich um freie Fahrt und Sicherheit auf den Kreisstraßen kümmern.

Thomas Schubert (rechts) und Klaus Gravert sind Straßenwärter im Kreis Pinneberg.
Tobias Thieme

Thomas Schubert (rechts, beide 58) und Klaus Gravert sind Straßenwärter im Kreis Pinneberg.

 

Der Kreis ist für etwa 100 Kilometer Fahrbahn, etwa 80 Kilometer Radweg und etwa 30 Brücken zuständig. Und dort gibt es einiges zu tun. Die Straßenwärter müssen kleine Schäden ausbessern, Ampelgläser polieren, Hecken und Büsche entlang der Wege zurückschneiden, Gras auf den Banketten mähen, Begrenzungspfähle reinigen und die Gullis von Laub und Müll befreien. Nach Unfällen müssen sie auch schon mal Ölspuren beseitigen. Auf Straßenbaustellen kümmern sie sich mitunter um die nötige Beschilderung.

Besonderer Einsatz im Winter

Besonderen Einsatz erfordern die Wintermonate mit Frost. „Dann sind wir um 3 Uhr auf der Straße. Wenn der Berufsverkehr rollt, müssen wir fertig sein“, sagt Straßenwärter Thomas Schubert aus Elmshorn. Er ist vor fast 20 Jahren als Quereinsteiger zur Straßenmeisterei gekommen. Seine Lehre hat der 58-Jährige als Kfz-Mechaniker gemacht, dann lange in einer Werkstatt gearbeitet. Doch der Job beim Kreis Pinneberg sei finanziell attraktiver gewesen. Also wechselte er in den öffentlichen Dienst.

Auch sein Kollege Klaus Gravert aus Grönland bei Horst (Kreis Steinburg) hat zunächst einen anderen Job gemacht. Der heute 58-Jährige kam als Gärtner zur Kreisverwaltung und wechselte später ins Team der Straßenmeisterei.

Durchschnittsalter im Team: 60 Jahre

Beiden gefällt der Job, das Werkeln an den Maschinen, die abwechslungsreiche Arbeit und das Betriebsklima in der Straßenmeisterei. Nur einen Haken hat das Ganze: Das Team ist im Durchschnitt 60 Jahre alt, der Junior feiert bald seinen 50. Geburtstag.

„Wir wollen deswegen selbst Nachwuchs ausbilden“, sagt Tiefbauleiterin Silke Dräger. Wer erst einmal in die Straßenmeisterei hineinschnuppern will, ist als Praktikant gern gesehen. Vorraussetzung für eine Lehre sind ein guter Haupt- oder Realschulabschluss und körperliche Belastbarkeit. Frauen und Männer sind gleichermaßen willkommen.

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