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BI fordert vier Halte pro Stunde : Unterstützung im Nahverkehr: Schleswig-Holsteins Verkehrsminister in Tornesch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister trifft Politiker und BI-Mitglieder in Tornesch und verspricht Unterstützung im Nahverkehr.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 17:00 Uhr

Tornesch | Mit ihren leuchtend roten Jacken warteten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Dorfbahnhof – Nein danke!“ gestern Nachmittag vor dem Tornescher Rathaus, als der hohe Besuch aus seinem Auto stieg. Schleswig-Holsteins Finanz- und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) kam aus Kiel in die Pendlerstadt, um über bessere Zugverbindungen mit Bürgermeister Roland Krügel (CDU) zu diskutieren. Der Ratssaal war voll: Auch Vertreter der Verkehrsgesellschaften, Vertreter aus der lokalen und der Kreispolitik sowie viele Bürgermeister aus den umliegenden Orten waren gekommen. Am Ende wurden viele warme Worte gewechselt – Fakten wurden nicht geschaffen.

Die Formel des Nachmittags war aber zumindest am Ende klar: 2 plus 2 für Tornesch und Pinneberg. Sowohl Krügel als auch Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos) brachten die Notwendigkeit zum Ausdruck, dass pro Stunde zwei Züge in Richtung Hamburg Hauptbahnhof und zwei nach Altona benötigt werden. Gerade die Pendler seien auf eine Erhöhung der Verbindungen angewiesen, so der Tenor der beiden.

Meyer räumte ein, dass der neue Fahrplan, der seit Dezember gültig ist, „noch nicht das ideale Konzept“ für Verbindungen zwischen der Hansestadt und Elmshorn, Tornesch und Pinneberg bereithalte. Daher brauche es ein Gesamtkonzept für die drei Städte. „Der Blick der Landesregierung ist leider häufig mehr auf Kiel und das Umland gerichtet.“ Deshalb würden derzeit im ersten Quartal die Fahrgastzahlen ermittelt, um den Bedarf festzustellen. „Für mich ist maßgeblich, bei dem Fahrplan nachzusteuern, wenn viele Fahrgäste davon betroffen sind“, sagte er. „Wir müssen uns das genau angucken“, so Meyer. Gerade angesichts des Ausbaus der Autobahn 7 und des Rückstaus auf der Autobahn 23 müsse man mehr Menschen animieren, den Nahverkehr zu nutzen.

Bernhard Wewers von Nah SH – zuständig für die Fahrpläne – räumte ein, dass es in Pinneberg beim Start der Nordbahn Probleme mit der Pünktlichkeit gegeben habe. Als problematisch stellte er dar, dass die Züge nicht länger als 200 Meter sein dürfen, um im Hauptbahnhof Hamburg einfahren zu können. Deshalb könne man die Züge nicht beliebig verlängern, um mehr Fahrgäste zu transportieren. Meyer ergänzte, es sei ein Dilemma, dass es nur eine Schiene in jede Richtung gebe. Eine dritte Schiene könnte den Verkehr erheblich entlasten.

Der Regional-Express soll zurück nach Tornesch

Eine Forderung der Bürgerinitiative bestand darin, den Regional-Express wieder in Tornesch halten zu lassen. Davor warnte Jochen Kiphart von der LVS ausdrücklich, da die Züge dann völlig überfüllt seien. „Das fliegt uns allen um die Ohren.“

Meyer plädierte dafür, sich vor den Sommerferien erneut zusammen zu setzen, um die Ergebnisse der Fahrgastzählung als Grundlage für weitere Schritte zu nehmen. „Wir wollen den Fokus legen auf 2 plus 2 – sowohl für Pinneberg als auch für Tornesch. Es geht darum, zu ermitteln, wie wir dieses Ziel erreichen. Auch wenn das eine anspruchsvolle Aufgabe ist.“ Wewers stellte in Aussicht, dass bei dem laufenden Fahrplan auch vor dem nächsten Wechsel Änderungen vorgenommen werden könnten.

Den Grundstein für die Bürgerinitiative „Dorfbahnhof – Nein Danke!“ hat Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU) selbst gelegt. Er forderte öffentlich die Gründung einer BI, um mehr Druck auf die Landesregierung und insbesondere auf die für die Fahrpläne zuständige Verkehrsgesellschaft LVS auszuüben. Das Problem: Obwohl die Zahl der Einwohner und Pendler in Tornesch immer mehr steigt, gibt es weiterhin relativ wenige Bahnhalte. Unter der Leitung von Gisela Hüllmann wurden Infoblätter und Unterschriftenlisten in den Rathäusern, in Geschäften und bei Ärzten ausgelegt. Auch die Nachbargemeinden und die Stadt Uetersen sind mit im Boot: Heidgraben, Prisdorf, Ellerhoop, Moorrege, Groß Nordende, Seester, Seester-Mühe und Heidgraben. Ende Januar wurden die Listen mit 12541 Unterschriften an Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) übergeben.
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