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Aufruf zur Wachsamkeit : Ungesicherte Fenster locken Einbrecher an

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jörg Mangelmann vom Präventionsteam der Polizei klärt Bönningstedter über Schutzmaßnahmen auf.

Bönningstedt | Auf Einladung der Bönningstedter Polizeidienststelle und Bürgermeister Peter Liske (BWG) hat Jörg Mangelmann, Präventionsbeamter der Polizei, am Donnerstagabend einen Vortrag zum Thema „Schutz gegen Einbrüche“ gehalten. Etwa 25 Besucher hörten dem Redner aufmerksam zu und stellten Fragen.

„Im Lauf der Jahre habe ich viele Einbrüche selbst aufgenommen und sehr oft aufgelöste Menschen angetroffen, die völlig am Boden zerstört waren“, berichtete Mangelmann. Doch erst, als seine Familie selbst Opfer eines Einbruchdiebstahls wurde, habe er dies nachempfinden können. „Auf der Terrasse lag dieser Schraubendreher“, zeigte der Beamte den Zuhörern das Utensil. „Das ist das Werkzeug, mit dem am häufigsten Fenster aufgehebelt werden“, erklärte er.

Wie häufig das passiert? „Alle drei Minuten in Deutschland“, sagte Mangelmann. Die Anzahl der Taten im Kreis Pinneberg bezifferte er mit 1229 Einbrüchen – eine Steigerung zum Vorjahr um 30 Prozent. Grund genug für ihn und seine Kollegen aus dem Präventionsteam, verstärkt in der Bevölkerung Aufklärung zu betreiben. „Zum materiellen Schaden der gestohlenen Gegenstände kommt nicht nur der ideelle Schaden, etwa von Schmuckstücken, die nicht ersetzt werden können, sondern auch noch der psychologische Schaden, weil man sich plötzlich in seinem Zuhause nicht mehr sicher fühlt“, erklärte der Experte.

Die gute Nachricht sei jedoch, dass wirksamer Schutz möglich sei. Zum einen durch mechanische Sicherungen wie Türriegel, spezielle Fensterschlösser oder sogenannte Pilzkopfverriegelungen. Zum anderen gebe es viele Möglichkeiten der elektronischen Überwachung. „Am besten ist eine Kombination aus beidem“, erläuterte Mangelmann. Adressen von Fachfirmen, die kostenlose Beratungen im eigenen Haus oder der Wohnung anbieten, seien auf der Webseite der Landespolizei oder bei den Polizeidienststellen zu finden.

„Es sind aber auch einfache Verhaltensweisen, mit denen sich Einbrüche verhindern lassen“, sagte Mangelmann. Briefkästen im Urlaub vom Nachbarn leeren zu lassen, ihnen den Stellplatz im Carport anzubieten und per Zeitschaltuhr für Licht im Haus zu sorgen, keinen Schlüssel unter der Fußmatte zu verstecken und bei Verlust von Schlüsseln den Zylinder zu wechseln nannte er als Beispiele. Problematisch sei auch der Wunsch nach möglichst viel Privatsphäre im Garten oder auf der Terrasse. „Das ist zwar einerseits verständlich, andererseits schützen hohe Hecken und Büsche aber auch einen Täter, der sich ohne gesehen zu werden in aller Ruhe dort zu schaffen machen kann“, so die Warnung des Beamten.

Aufmerksame Bürger

„Viele Festnahmen machen wir nur, weil aufmerksame Bürger sofort die 110 wählen“, betonte Mangelmann. Deshalb solle jeder auf sein Bauchgefühl hören und sensibel auf fremde Personen reagieren, die ohne offensichtliches Ziel durch Wohngebiete schlenderten. Dies seien oft Ausspähversuche für spätere Straftaten. Häufig werde auch an Türen geklingelt und „dumme Fragen“ gestellt – auch dies könne der Versuch sein herauszufinden, wann und wo niemand zu Hause sei. „Prägen Sie sich unbedingt das Aussehen und eventuell die Autonummer ein und wählen Sie den Notruf lieber einmal zu viel als zu wenig“, empfahl der Experte.

Für den Fall, dass es dennoch zu einem Einbruch gekommen sei, empfahl Mangelmann: „Bleiben Sie ruhig und besonnen, rufen Sie sofort die Polizei und verändern Sie nichts am Tatort.“ Eine wichtige Information steuerte eine Besucherin bei: „In Bönningstedt haben wir die Hamburger Vorwahl und landen bei der Leitstelle in Hamburg – es ist wichtig, gleich zu Beginn des Gesprächs auf den Ort hinzuweisen“, sagte sie. Denise Höppe von der Bönningstedter Polizeistation rief die Gäste dazu auf, verdächtige Beobachtungen zu melden. „Für weitere Informationen haben wir auf der Wache Broschüren“, bot sie an.

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erstellt am 02.Apr.2016 | 15:00 Uhr

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