Westumgehung : Und noch eine Schippe drauf

Die gute Nachricht: Die Bauarbeiten für die Westumgehung sind im Zeitplan.
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Die gute Nachricht: Die Bauarbeiten für die Westumgehung sind im Zeitplan.

Experte geht jetzt „vorsorglich“ von 28,7 Millionen Euro für den Bau der Umgehungsstraße aus.

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27. Januar 2017, 16:19 Uhr

Es ist ein bisschen wie bei der Elbphilharmonie: Auch die Kosten für die Pinneberger Westumgehung steigen und steigen. Nach neuer Schätzung wachsen die Baukosten von 28,05 Millionen auf 28,7 Millionen Euro an. Es sei eine vorsorgliche Schätzung. „Wir haben noch zwei Winter“, sagte Michael Beckmann vom Hamburger Vekehrsplanungsbüro Inros- Lackner, welches die Stadt mit der Projektsteuerung beauftragt hat. Eine Verlängerung durch höhere Gewalt beispielsweise bei Bodenfunden könne nicht vorausgesehen werden. „Das sind Dinge, die niemand weiß“, sagte der Experte.

Die Grünen horchten jedoch auf. Fraktionschef Joachim Dreher wunderte sich: „Am 1. Dezember hat Stieghorst (gemeint ist Klaus Stieghorst, Bauamtsleiter der Pinneberger Verwaltung, Anm. d. Red) uns auf Nachfrage mitgeteilt, dass es keine Mehrkosten gibt“, sagte er.

Beckmann konnte dazu nichts sagen. Das sei eine Sache der Selbstverwaltung und der Verwaltung, so Dreher. Von dem Experten wollte der Grünen-Fraktionschef wissen, wann es denn verlässliche Zahlen gebe. „Belastbare Zahlen gibt es nach Ende des Baus“, so Beckmann. Eines steht fest: Die Umgehungsstraße, die den Verkehr aus der Innenstadt führen und an deren Trasse Gewerbe ansiedeln soll, wird immer teurer: 2011 lagen die Baukosten noch bei 22,9 Millionen Euro, 2015 bei 27 Millionen Euro und 2016 bei 28,05 Millionen Euro. Würde man noch Grundstückskäufe berücksichtigen, beliefen sich die Gesamtkosten für die Westumgehung auf 36,7 Millionen Euro, so die Schätzung von Dreher. Erst im Dezember hatte das Land die bereits gewährte Förderung von 18,8 Millionen Euro um 1,4 Millionen Euro aufgestockt.

Unterdessen gehen die Arbeiten an der Umgehungsstraße weiter. Nicht ohne Grund: Sollte die Straße 2018 nicht fertig sein, droht der Wegfall von Zuschüssen. Pinneberg müsste selbst für die Kosten aufkommen – ein finanzielles Desaster droht.

Weswegen im Ausschuss für Stadtentwicklung auch regelmäßig über den Stand der Dinge informiert wird. Aber Entwarnung: Die Arbeiten sind im Zeitplan. Der Abschluss der Bauverträge für die Bauwerke eins bis vier sowie die Lärmschutzwände seien erfolgt, so der Experte. Mit diversen Arbeiten an den Projekten wurde im vergangenen Jahr begonnen. Die Gussform und die Verkleidungen der tragenden Konstruktion für das Fundament am Peiner Weg sind zu sehen, die Kanalbauarbeiten an der Prisdorfer Straße sind beendet und der Ersatzparkplatz ist gebaut worden. Die nächsten Schritte sind unter anderem die Begleitung und Betreuung der Teilbaumaßnahmen, die Veranlassung der erforderlichen Zustimmungen, Genehmigungen und bauaufsichtlichen Freigaben sowie die Ausschreibung der baulichen Umsetzung der Lichtzeichenanlagen.

Diese Nachrichten nahmen Kurt Zach und Uwe Kleinig von der Initiative „Pinneberger-Westumgehung–Jetzt“ mit Freude zur Kenntnis. Sie begleiten das Projekt, lassen sich keinen Ausschuss entgehen, in dem es Infos zum Fortschritt der Umgehungsstraße gibt.

Auch die Politik zeigte sich zufrieden: „Wir sind zuversichtlich, dass es planmäßig weitergeht“, zog Ausschussvorsitzender Gerhard Thomssen (SPD) nach dem Vortrag ein Fazit.

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