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Pinneberger Tageblatt

21. August 2017 | 14:49 Uhr

Unbekannte zerstören Hochsitz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vandalismus Borstel-Hohenradener Jäger entdeckt angesägte Stütze / Immer wieder wird Infrastruktur beschädigt

Günter Heitmann traute seinen Augen kaum, als er vor einigen Tagen durch sein Jagdrevier in Borstel-Hohenraden ging: Der Hochsitz, von dem er normalerweise den Waldrand im Blick hat, lag umgekippt auf der Seite. Eines der vier Standbeine angesägt. „Dieses Ereignis ist leider kein Einzelfall. Immer wieder kommt es zu Zerstörungen“, sagt Hans Wörmcke, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Pinneberg (KJS).

Über das Motiv kann Wörmcke nur mutmaßen, da selten Täter gestellt werden. Er ist sich aber sicher, dass es sich häufig um Jagdgegner handelt. In Borstel-Hohenraden sei es nicht die erste Zerstörung an Hochsitzen gewesen. „In der Vergangenheit wurden andere in Brand gesteckt, auch wurden Schilder abgesägt, mit denen um Ruhe für das Wild gebeten wurde und Sitzbänke wurden zerstört“, heißt es von Seiten der KJS.

Für die Jäger bedeute dies nicht nur ein erheblicher Sachschaden, sondern auch eine Gefährdung. Schließlich sei nicht immer sichtbar, ob die Hochsitze manipuliert seien.

Der Hochsitz in dem Revier von Jäger Heitmann wird wieder aufgestellt. Wörmcke hat ihm dazu geraten, den Vorfall bei der örtlichen Polizei anzuzeigen. „Schließlich ist es kein Kavaliersdelikt, sondern zumindest versuchte Körperverletzung“, argumentiert die Jägerschaft. Selten würden Täter gestellt. Daher bittet die Gemeinschaft der Jäger Zeugen von Beschädigungen an Hochsitzen und ähnlicher Infrastruktur für die Jagd, sich bei der Polizei zu melden.

„Vielleicht sind Vorurteile und Nicht-Wissen um die Wichtigkeit von Jagd die Motivation für derartige Taten. Wir Jäger sind gern bereit, uns auf sachlichem und argumentativem Weg auseinanderzusetzen. Gesprächen mit Jagdkritikern gegenüber sind wir offen. Gewalt gegen Dinge und Menschen darf es jedoch nicht geben“, sagt Wörmcke.

Jagdgegner wüssten oft nicht um die Aufgabe der Waidmänner. „Jäger haben den Auftrag, beim Wildbestand regulierend einzugreifen, damit Schwarz- und Rehwild keine Schäden anrichten“, sagt Wolfgang Heins, Kreisjägermeister. Einrichtungen wie Hochsitze seien ein Sicherheitsfaktor, da bei einer Schussabgabe von oben herab „Hinterland und Personen weitaus weniger gefährdet“ seien.

Nicht nur die Bestände des Schwarz- und Rehwilds werden durch die Jäger gepflegt. „Wir haben in vielen Bereichen Probleme mit zugewanderten Arten wie dem Waschbären oder dem Maderhund“, sagt Vorsitzender Wörmcke. Diese würden ein Einschreiten der Jägerschaft nach sich ziehen, damit das heimische Wild bleiben könne.

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erstellt am 17.Dez.2016 | 16:00 Uhr

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