Frauenberatung in Pinneberg : Umzug nach 21 Jahren: 40 Kartons und ein wenig Wehmut

Mitten im Umzug: Regine Heyenn (von links) und Ruth Stiasny-Seligmann von der Frauenberatung sowie Mitgründerin Gudrun Kipp aus dem Vorstand des Vereins Pinneberger Frauennetzwerk.
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Mitten im Umzug: Regine Heyenn (von links) und Ruth Stiasny-Seligmann von der Frauenberatung sowie Mitgründerin Gudrun Kipp aus dem Vorstand des Vereins Pinneberger Frauennetzwerk.

Die neue Adresse der Beratungsstelle ist ebenfalls zentral gelegen, aber nicht barrierefrei.

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22. Juli 2015, 10:00 Uhr

Pinneberg | Die Kartons sind gepackt. Der Mietvertrag für die neuen Räume ist unterschrieben. „Jetzt hoffen wir, dass die Telefonanlage ab Montag auch funktioniert – die Telefonnummer bleibt dieselbe“, sagt Ruth Stiasny-Seligmann von der Pinneberger Frauenberatung. Die Institution ist mitten im Umzug. Nach 21 Jahren wechselt erstmals die Adresse: Künftig lautet sie nicht mehr Dingstätte 25, sondern Rübekamp 5.

In der Ratsversammlung am Donnerstagabend wurde dem städtischen Beitrag zur Frauenberatung – es handelt sich um Anteile in Höhe von 18.000 Euro – zugestimmt. „Damit haben wir endlich die Sicherheit und konnten den Mietvertrag für die neuen Räume unterzeichnen“, sagt Gudrun Kipp, Mitgründerin der Frauenberatung und Vorsitzende des Vereins Pinneberger Frauennetzwerk.

Die vergangenen Monate waren für das Team der Frauenberatung keine einfachen. Zweimal wurden ihnen neue Räumlichkeiten zugesagt. Zweimal kam es nicht zu einem Vertrag. Am Freitag dann endlich die Unterzeichnung. Das bedeutet auch Aufatmen für Stiasny-Seligman und Regine Heyenn, die die Beratung gemeinsam leiten. Denn die Stadt Pinneberg hatte den Mietvertrag zum 30. September dieses Jahres gekündigt. Aus brandschutztechnischen Gründen muss das Büro des Museums verlegt werden, die Frauenberatung muss weichen (diese Zeitung berichtete). Die neuen Räume befinden sich 50 Meter weiter, im zweiten Stock und sind ähnlich groß wie die in der Dingstätte: „Wir haben dort 65 Quadratmeter“, sagt Stiasny-Seligmann.

Aufgrund des Umzugs ist die Frauenberatung am Donnerstag und Freitag, 23. und 24. Juli, geschlossen. „Ab Montag haben wir dann wie gewohnt geöffnet“, sagt Stiasny-Seligmann. Vorerst solle im Schaukasten an der alten Adresse ein Hinweis angebracht werden.

Absofort zwei Beratungsräume

Ein großer Vorteil der neuen Heimat sei es, dass es nun zwei Beratungsräume gebe. „Bisher mussten wir uns immer abwechseln“, sagt Heyenn. Sorge macht den Frauen jedoch der zweite Stock: „Die Räume sind nicht barrierefrei zugänglich, es gibt keinen Fahrstuhl – hoffentlich wird das nicht zum Problem“, so Stiasny-Seligmann. Beide Beraterinnen hoffen, dass auch das Café weiterhin angenommen wird. „Der Frauentreff jeden Mittwoch ist zu einer festen Instanz geworden – hoffentlich bleibt er das“, sagt Stiasny-Seligmann. „Und natürlich versuchen wir insgesamt einen nahtlosen Übergang zu schaffen“, fügt Heyenn hinzu.

Die ewige Suche nach neuen Räumen hat sich auch auf den Alltag der Beratungsstelle ausgewirkt: „Eigentlich schieben wir seit zwei Jahren unser 20-jähriges Jubiläum vor uns her, das wir nicht feiern können. Wir hatten einen Termin im April, den haben wir aber abgesagt. Durch die Raumsuche ist unsere ganze Struktur gekippt“, bedauert Heyenn.

Kipp erinnert sich an die Gründungszeit. „Es war schon damals ganz und gar nicht einfach, Räume für eine Frauenberatung zu finden“, sagt sie rückblickend. „Das war ja noch eine ganz andere Zeit – wir haben wirklich gekämpft, das durchzukriegen“, berichtet sie. „Ich weiß noch, wie wir die Räume hier in der Dingstätte renoviert haben.“

Nun sitzen die Frauen auf den 40 gepackten Kartons. „Es sind mehr geworden, als wir erwartet haben“, sagt Heyenn und blickt auf die Pappkisten. Ein wenig Wehmut begleitet den Umzug. „Ich bin schon traurig diese Räume verlassen zu müssen. Ich war begeistert von ihnen. Die schöne Atmosphäre und das gute Ambiente waren sehr förderlich für die Beratung“, bedauert Stiasny-Seligmann. „Aber es hilft ja nicht zurückzublicken. Wir schauen jetzt nach vorn und hoffen, die Frauenberatung als Ganzes rüberretten zu können“, sagt sie und lächelt zuversichtlich.

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