Nach Vereinsausschluss beim TuS Appen : Ulrich Rahnenführer (SPD) reagiert auf Kritik

Unsicherheit belastet Asylbewerber: Flüchtlingskoordinator Ulrich Rahnenführer.
Unsicherheit belastet Asylbewerber: Flüchtlingskoordinator Ulrich Rahnenführer.

TuS-Vorsitzender Wilfred Diekert hatte den Kreis als „Totengräber des Sports“ bezeichnet.

shz.de von
31. Januar 2018, 16:30 Uhr

Appen | Der SPD-Kreistagsabgeordnete Ulrich Rahnenführer hat auf die Kritik des Vorsitzenden des Appener TuS, Wilfred Diekert, an der Sportpolitik des Kreises reagiert. Im „Freitagsgespräch“ vom vergangenen Freitag, 26. Januar, hatte Diekert den Kreis als „Totengräber des Sports“ bezeichnet. Die Vorwürfe will der Politiker nicht auf sich sitzen lassen. 

„Die Argumente für diese Aussage sind recht dürftig“, so Rahnenführer. Diekert hatte sich über die Installation eines Kinderschutz- und eines Datenschutzbeauftragten beschwert. „Das Bundesdatenschutzgesetz sieht die Ernennung eines Beauftragten vor, wenn bestimmte Bedingungen im Verwaltungsablauf dies erfordern“, schreibt Rahnenführer in seinem Leserbrief an unsere Zeitung. „Ein TuS Appen bildet keinen rechtsfreien Raum. Es gilt, den gesetzlichen Regelungen zu folgen oder den eigenen Laden neu zu organisieren.“ Zum Kinderschutzgesetz schreibt Rahnenführer: „Das Kinderschutzgesetz wird beim Landes- und Kreissportverband sehr ernst genommen. Ein Anschreiben des Kreises Pinneberg und ein Handlungsleitfaden sind den Sportvereinen seit zwei Jahren bekannt.“ Rahnenführer wirft dem TuS vor, er ließe Zeit ungenutzt verstreichen. „Andere Sportvereine im Kreis machen gerade beim Kinderschutz eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit“, so der SPD-Politiker. Geweigert hatte sich Diekert dagegen jedoch nicht, sondern das Verhältnis von Aufwand und Nutzen hinterfragt.

Rahnenführer kann den Unmut Diekerts nicht nachvollziehen: „Eigentlich geht es dem TuS Appen doch gut. Es gibt eine solide Mitgliederzahl, einen geringen Vereinsbeitrag und eine wohlwollende Gemeinde. Warum wird über andere gemeckert? Ach ja, zum Beschimpfen fällt seit der Landtagswahl die Landesregierung weg“, schimpft Rahnenführer – und dreht den Spieß um: „Anscheinend hat man die Zeit verschlafen. Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert. Wenn ein Sportverein dem nicht Rechnung trägt, werden die Probleme, die der TuS Appen gut analysiert hat, unlösbar. Also ist nicht der Kreis der Totengräber des Sports, sondern der Verein selbst.“

Diekert kann über diese Vorwürfe nur müde schmunzeln: „Herr Rahnenführer hat den Bericht im Pinneberger Tageblatt nicht verstanden oder nicht verstehen wollen.“ Ihm sei vollkommen klar, dass der TuS Appen bei allgemeinen Verordnungen nicht „ungeschoren bleiben kann“. Vielmehr sei seine Kritik gewesen, dass die immer steigenden Anforderungen vom Ehrenamt kaum zu leisten sei. Diekert: „Da setzt meine Kritik am Kreis an. Der gibt 0,1 Prozent seiner Ausgaben für den Sport aus, und dies seit Jahren unverändert, trotz laufend gestiegener Anforderungen.“ Dies stehe, so Diekert, in Kontrast zu den „Sonntagsreden der Kreispolitiker auf den Jubiläen der Vereine mit ihren Lobhudeleien auf das Ehrenamt und was alles getan wird. Das steht in krassem Widerspruch mit der tatsächlichen Unterstützung der Vereine.“ Dass Diekert grundsätzlich mit der Ausstattung, insbesondere der Zuwendung der Gemeindepolitik, sehr zufrieden sei, das sei im Freitagsgespräch zur Geltung gekommen, verändere aber nichts an der Kritik gegenüber der Kreispolitik.
 

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