Wirtschaftliche Entwicklung : Uetersen verliert – Tornesch boomt

FDP-Ortsverbands-Vize Frank Schöndienst (rechts) und Rolf Maßow (v. l.) sowie Vorstandsmitglied Gunnar Werner begrüßten als Redner Wep-Geschäftsführer Harald Schroers.
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FDP-Ortsverbands-Vize Frank Schöndienst (rechts) und Rolf Maßow (v. l.) sowie Vorstandsmitglied Gunnar Werner begrüßten als Redner Wep-Geschäftsführer Harald Schroers.

Wep-Geschäftsführer Harald Schroers referiert beim Neujahrsempfang der FDP über die wirtschaftliche Entwicklung.

shz.de von
20. Januar 2015, 15:00 Uhr

Tornesch/Uetersen | „Uetersen gehört zu den Verlierern, Tornesch dagegen zu den Profiteuren.“ Harald Schroers, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft des Kreises Pinneberg (Wep), sprach während des Neujahrsempfangs der FDP Tornesch-Uetersen deutliche Worte. Vor knapp 70 Gästen im Tornescher Heimathaus „Ostermannscher Hof“ referierte Schroers über die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Der Kreis Pinneberg gehöre zu den wirtschaftsstärksten Standorten in der Metropolregion Hamburg. Er stelle mehr als 83.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, so der Wep-Chef. In Sachen Arbeitsplatzentwicklung liege Uetersen auf dem letzten Platz der Städte des Kreises Pinneberg. Während die Gewerbesteuereinnahmen der Rosenstadt zurückgingen, seien diese in Tornesch gestiegen. Dort siedelten sich die produktiveren und wettbewerbsfähigeren Unternehmen an. Das aktuelle Wirtschaftswachstum in Tornesch werde dadurch begünstigt, dass dieses erst in den letzten Jahrzehnten dort entstanden sei.

Insbesondere die Zahl der Kurierdienste wachse nahezu explosionsartig, stellte Schroers fest. „Sowohl der Handel als auch die Verbraucher gehen nicht mehr zum Einkaufen ins Geschäft, sie lassen sich die Waren liefern. Deshalb blüht auch der Internethandel.“ Kritisch betrachtete der Wep-Geschäftsführer das städtebauliche Wachstum Torneschs: „Es wird immer mehr Verkehr produziert.“ Betroffen davon seien auch Uetersen und die Umlandgemeinden. „Sie tragen einen Teil der Lasten, für die sie selbst aber nicht verantwortlich sind.“ Schroers plädierte zudem für die Ausweisung von gemeindeübergreifenden Gewerbegebieten: „Insbesondere mit Großflächen sind Kommunen und Regionen erfolgreich. Die Kleinteiligkeit der Verwaltungsstrukturen verursacht Kosten und vermindert Wettbewerbsvorteile.“

Im Anschluss an den Vortrag lud FDP-Ortsverbands-Vize Frank Schöndienst die Gäste zu Schnittchen und Getränken ein. Niklas Simarov (13) und Cara-Madleen Knust (12) vom VfL Pinneberg begeisterten die Besucher mit lateinamerikanischen Tänzen. Sabine Kählert, Leiterin des Amts für Soziale Dienste im Tornescher Rathaus, stellte die vor knapp vier Jahren gegründete Veit-Stiftung vor. Der im Alter von 88 Jahren verstorbene Tornescher Gerhard Veit hatte sein Vermögen von etwa 450.000 Euro der Stadt vermacht mit der Auflage, dieses für soziale Projekte und zur Förderung des Sports einzusetzen.

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