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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 19:52 Uhr

Uetersen steht ohne Cornils da

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Metalltechnik-Unternehmen zieht in den Businesspark Tornesch / Investition von 1,5 Millionen Euro / Umzug schon Ende des Jahres?

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Ein weiteres Unternehmen kehrt Uetersen den Rücken zu: Nach Pumpenhersteller Witte Pumps zieht auch Metalltechnik Cornils in den Businesspark Tornesch. Das 4161 Quadratmeter große Grundstück im Gewerbegebiet der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (WEP) im Tornescher Ortsteil Oha ist gekauft. „Wir schieben alles an, damit es losgehen kann“, sagt Matthias Cornils gegenüber dieser Zeitung. Derzeit laufe die Angebotphase, der Spatenstich könne im Mai oder Juni vorgenommen und der Umzug Ende 2014 oder Anfang 2015 durchgeführt werden. Der Uetersener Unternehmer schätzt das Investitionsvolumen auf 1,5 Millionen Euro.

Cornils ist spezialisiert auf Fördertechnik wie sie etwa im Bereich Recycling eingesetzt wird und wollte in Uetersen erweitern. Dort wurde er nicht fündig. In Tornesch sei der Unternehmer jedoch auf „sehr passende Voraussetzungen“ gestoßen. Das begrüßt auch Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU): „Ich freue mich über interessante Firmen.“

„Wir haben keine Flächen in der benötigten Größenordnung“, erläutert Uetersens Wirtschaftsförderin Maike Koschinski. Auch wenn die Gewerbesteuer nicht mehr an Uetersen gezahlt wird, bewertet Koschinksi es positiv, dass das Unternehmen im Kreis bleibt. Zudem könnten die Mitarbeiter von Cornils weiterhin in der Rosenstadt Wohnen, Einkaufen und die Einkommensteuer in die Kasse der Stadt zahlen.

Der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion Andreas Stief kann dem Weggang nicht viel Positives abgewinnen: „Das ist bedauerlich für die Stadt, wir verlieren eine weitere Perle in der Kette.“ Es könne nicht immer verhindert werden, dass ein Unternehmen die Stadt verlasse, jedoch „hätten wir die Entwicklung positiv beeinflussen können“, so Stief. Denn laut dem Ratsherren gibt es Flächen: „Spontan fallen mir Grundstücke am Tornescher Weg oder am Kleinen Sand, wo Aldi geschlossen wurde, ein.“

Stief bezieht sich in diesem Fall darauf, dass die Neustrukturierung der Wirtschaftsförderung noch nicht gegriffen habe. Laut Beschluss der Ratsversammlung ist Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) vermehrt mit diesen Aufgaben beauftragt worden. Doch die Verwaltungschefin ist im Fall Cornils anderer Meinung: „Die Wirtschaftsförderung kann nichts dafür.“

Für Hansen ist weiterhin wichtig, dass es zu keinem Leerstand kommt: „Herr Cornils will vermieten, bei uns ist Platz für neue Firmen.“ Für die Ansiedlung von Unternehmen könnten die Stadt Uetersen auch selbst Grundstücke kaufen. Es gibt Ideen für eine solche Flächenbevorratung, bestätigen Hansen und Stief. Der CDU-Ratsherr richtet noch einen Appell an Unternehmer die in der Rosenstadt investieren wollen: „Gewerbetreibende können sich ans Rathaus wenden, aber auch an die Politik – binden Sie uns ein!“

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