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Flüchtlingshilfe : Uetersen hat eine neue Koordinatorin für die Helfer

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Ziel der neuen Koordinatorin für die Flüchtlingshilfe in Uetersen ist es, eine klare Struktur mit festen Anprechpartnern zu schaffen.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Uetersen | „Ich bin nicht naiv. Ich weiß, dass es Zeit braucht, ein Netzwerk aufzubauen.“ Aber Anita Biskup hat einen Plan. Während ihrer offiziellen Vorstellung im Rathaus wird schnell deutlich: Sie kann sich durchsetzen. Das muss Biskup auch, denn ihr Ziel als neue Koordinatorin für die Flüchtlingshilfe in Uetersen ist es, eine klare Struktur mit festen Anprechpartnern zu schaffen.

Im Zentrum stehe für sie eine bessere Gestaltung und die Klärung der Frage. „Wer macht was?“ Sie wolle die Kommunikation zwischen den Ehrenamtlichen verbessern und Überbelastungen abpuffern. So sollen beispielsweise die zahlreichen DaZ-Kurse (Deutsch als Zweitsprache) besser aufeinander abgestimmt werden. Die 52-Jährige wurde in Polen geboren, ist in Deutschland aufgewachsen und wohnt in Tornesch. Biskup, die selbst einen Deutschkurs an der Volkshochschule in Tornesch unterrichtet, erklärte, dass einige besonders lernbegeisterte Flüchtlinge zum Teil in drei Deutschkursen gleichzeitig seien und so der Lernerfolg eher verschlechtert als verbessert werde. Biskup ist es wichtig, dass der Unterricht mit den Flüchtlingen weiterhin in kleinen Gruppen stattfindet, um eine passende Förderung zu gewährleisten. Auch Über- und Unterbesetzungen möchte sie ausgleichen.

Sie wünscht sich mehr engagierte Jugendliche, denn auch unter ihren Schülern seien überwiegend junge Menschen, die auch den Kontakt zu Gleichaltrigen bräuchten. „Da sind zum Teil ganz idiotische Ängste“, sagt Biskup. „Aber das sind alles ganz liebe, grundanständige Leute“, sagt sie über ihre Schüler. Alle Flüchtlinge, die sie bisher habe kennenlernen dürfen, seien sehr dankbare Menschen. Mehr hilfsbereite Männer seien ebenfalls gern gesehen genauso wie Dolmetscher, die die Flüchtlinge zu offiziellen Terminen begleiten können, denn besonders hier sei es wichtig, dass die Flüchtlinge sich verständigen können.

Auf die Frage, ob sich die Hilfsbereitschaft der Menschen auf Grund der Ereignisse in der Silvesternacht in Köln und Hamburg gewandelt habe, antwortete Biskup mit einem entschiedenen „Nein“. Die Menschen seien nach wie vor sehr motiviert zu helfen. Sie erklärt, dass die meisten Ehrenamtlichen und Flüchtlinge sich untereinander kennen und ein gegenseitiges Vertrauen bestehe. Ihre männlichen Schüler seien zudem sehr betroffen gewesen und hätten sich sogar für die Vorkommnisse in Köln entschuldigt.

Warum man sich für Flüchtlinge engagieren sollte ist für Biskup eindeutig: „Ich finde es einfach sehr bereichernd.“ Der interkulturelle Austausch sei enorm. Sowohl Ehrenamtliche als auch Flüchtlinge würden viel für die Zukunft mitnehmen. „Das ist ein Geben und Nehmen auf beiden Seiten.“ 16 Stunden wird Biskup ab sofort der Koordination von Ehrenamtlichen widmen. Ab dem 1. März bekommt sie zusätzlich Unterstützung von Ellen Hehnke, die sich insbesondere um die Rechtsberatung der Flüchtlinge kümmern wird.

Interessierte können sich jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr und jeden Freitag von 10 bis 13 Uhr im Raum 11 des Uetersener Rathauses zur freien Sprechstunde oder unter biskup@diakonieverein-migration.de bei Anita Biskup melden.

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