Übung: Kellerbrand im Rathaus

Verbrennungen und Ruß werden aufgemalt.
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Verbrennungen und Ruß werden aufgemalt.

Die Halstenbeker Feuerwehr meistert eine schwierige Atemschutz-Routine an der Gustavstraße

shz.de von
07. Juli 2018, 16:00 Uhr

Ein schreckliches Szenario bot sich den Brandbekämpfern der Freiwilligen Feuerwehr Halstenbek am Rathaus an der Gustavstraße. „Die Werkstatt im Keller brennt. Zahlreiche Personen befinden sich noch im Gebäude und haben sich aufgrund der starken Rauchentwicklung in die oberen Stockwerke geflüchtet“ – so lautete der Notruf, den Christian Rieckenberg exakt um 20.10 Uhr absetzte. „Zum Glück nur eine Übung, die speziell auf unsere Atemschutztrupps zugeschnitten ist“, sagte der stellvertretende Gruppenführer Rieckenberg, welcher sich die Lage zusammen mit Esfandiar Rastar ausgedacht hatte. Und damit seinen Kameraden und Einsatzleiter Torsten Seck, die sich eigentlich auf einen normalen Dienstabend eingestellt hatten, eine schweißtreibende Überraschung bereitete.

Um die Lage möglichst echt vonstatten gehen zu lassen, hatte der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) eine Abordnung junger Darsteller entsandt, welche im Vorwege mit Schminke authentisch mit der ein oder anderen Brandwunde oder Rußanhaftung versehen wurden. Dazu gesellten sich spontan Mitglieder des Jugendbeirates, die gerade ihre Sitzung beendet hatten und sich ebenfalls zum „Opfer“ machen ließen.

Es dauerte gerade einmal fünf Minuten, bis die ersten Einsatzkräfte vor Ort erschienen. Während aus dem Keller dichter (Theater-)Nebel hervor quoll und in den oberen Etagen die ungehaltenen Rathaus-Insassen lautstark um Hilfe flehten – aus immer anderen Positionen.


Die Lage ist brenzlig

Seck machte sich zusammen mit seinem Führungsstab im Handumdrehen ein Bild von der „brenzligen Lage“. „Letztlich haben wir drei Ansatzpunkte, die wir hier angehen müssen. Die Personenrettung aus den oberen Stockwerken, die Brandbekämpfung und Personenrettung im Keller sowie das Auslüften des Treppenhauses zur Wiederherstellung eines Fluchtweges“, sagte er. Und ließ die vier Gruppen ihren Atemschutz anlegen. Mittels Drehleiter konnten die ersten Eingeschlossenen durch die Fenster in luftiger Höhe befreit werden, während Kräfte in das Treppenhaus und in den Keller vordrangen.

Draußen wartete bereits das DRK, welches sich um die „Verletzten“ kümmerte. Rund eine halbe Stunde lang herrschte quirliges Treiben rund um das Rathaus, waren etliche Schläuche verlegt und wurde so mancher Wasser-Marsch-Befehl verteilt. Am Ende konnte die Feuerwehr nicht nur alle Insassen lebend bergen, sondern mit ihrer Arbeit auch sehr zufrieden sein. „Das haben die Kameraden super gemacht“, sagte Seck hochzufrieden.

Und auch die Darsteller hatten einen aufregenden Abend hinter sich. „Wenn ich mir vorstelle, dass man sich in Echt in so einer Situation befinden könnte, schaudert es mir“, sagte Clara Corino nachdenklich. Sie wirkte erleichtert, dass es nur eine Übung war.

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