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Pinneberger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 13:33 Uhr

Appen : Übung für Feuerwehr und Tierärzte

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wiener Veterinär bringt Feuerwehrleuten und Tierärzten aus der Region bei, wie Großtiere sicherer geborgen werden können.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 14:00 Uhr

Appen | Mit verschränkten Armen stehen die Feuerwehrleute auf der Wiese und blicken auf ein großes, weißes Plastik-Pferd, das vor ihnen im Gras liegt. Mit österreichischem Dialekt erklärt der Veterinäranästhesist Dr. Christoph Peterbauer, wie einem Pferd in solch einer Notlage geholfen werden kann.

Die Brandbekämpfer gehören zu einer Gruppe, die sich während einer Fortbildung im Zentrum für Pferdegesundheit „Sanacea“ in Appen über die richtige Rettung von Großtieren informiert hat. Auch Tierärzte waren mit von der Partie. Das gemeinsame Ziel: die Sicherheit für die Menschen während einer Bergung zu verbessern – und die Tiere dabei zu schonen. Nicht nur Reiter können in Unfälle verwickelt werden, wenn zum Beispiel das Pferd in einem Graben landet. Auch für die ehrenamtlichen Brandbekämpfer können sich schnell Gefahrensituationen entwickeln, wenn sie das Verhalten oder die Größe des Tieres nicht richtig einschätzen und sich in Gefahr begeben.

In Appen hatten sich deshalb auch unter anderem mehrere Feuerwehrmänner aus Rellingen, Tangstedt, Wulfsfelde, Wilstedt und Alvislohe beteiligt. Der Dozent Christoph Peterbauer hat die „Animal Rescue Academy“ in Wien gegründet und veranstaltet in Deutschland, Österreich und der Schweiz Workshops. Bisher gehöre es meistens weder bei den Tierärzten, noch bei den Feuerwehrleuten zur Ausbildung, wie man in diesen Situation en reagieren soll, erklärt der Experte. „Das Bewusstsein fehlt einfach.“ Er bemühe sich, das Thema auch in den Lehrplan zu integrieren. Der 44-Jährige lehrt an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien.

Die Rettungsmethoden hat er in England beim „Find and Rescue Service“ erlernt. Bei dem Versuch, ein Rind oder ein Pferd zu befreien, könne es schnell zu Verletzungen kommen, sagt der Österreicher. „Der Schlag eines verängstigten Pferdes kann im schlimmsten Fall tödlich enden. „Einmal falsch getreten und das Licht geht aus.“

Tierärztin Camilla Winter aus Halstenbek hat für ihren Alltag viel mitgenommen: „Ich fand es sehr spannend. So große Unfälle hat man ja nicht so häufig. Aber wir werden oft dazu gerufen, wenn sich ein Pferd in der Ecke einer Box eingeklemmt hat. Gezeigt zu bekommen, wie man die Tiere mit dem richtigen Gurt und den richtigen Handgriffen befreien kann, macht vieles einfacher.“

Die Sicherheitsgrundregeln sind aus Sicht des Tierarztes Christoph Peterbauer entscheidend, wenn Mensch und Tier einen Unfall unbeschadet überstehen sollen. So muss der Kopf des Tieres fixiert werden, eine Rückzugsmöglichkeit für den Retter gewährleistet sein und es muss ein geeigneter und sicherer Ort für das Tier vorhanden sein. Mit technischen Hilfsmitteln – zum Beispiel mit speziellen Gurten, Haken und Führhilfen – und den richtigen Griffen, können Pferde, aber auch Rinder und andere Großtiere sicher zur Seite gezogen werden.
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