Überstundenberge: Polizei am Limit

Verstärkter Einsatz bei der Kieler Woche: Die Polizisten Kay Kramm und Stephanie Saß waren ebenso im Einsatz wie viele Beamte von der Polizeidirektion Bad Segeberg. Das Konzept war erfolgreich, die Belastung aber hoch.
Verstärkter Einsatz bei der Kieler Woche: Die Polizisten Kay Kramm und Stephanie Saß waren ebenso im Einsatz wie viele Beamte von der Polizeidirektion Bad Segeberg. Das Konzept war erfolgreich, die Belastung aber hoch.

Kräfteeinsatz bei Veranstaltungen mehr als verdoppelt / Gewerkschaft fordert zusätzliches Personal

shz.de von
28. Juli 2018, 14:00 Uhr

Die Polizei ist am Limit: 68 000 Überstunden schieben allein die Mitarbeiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, die für die Kreise Pinneberg und Segeberg zuständig ist, vor sich her. Etwa 26 500 davon sind bei der Kriminalpolizei aufgelaufen.

„Die Belastung ist groß“, sagt Reimer Kahlke, Beisitzer im geschäftsführenden Landesvorstand und gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GDP) Segeberg/Pinneberg.

In der Polizeidirektion Bad Segeberg sind rund 1000 Mitarbeiter tätig, allerdings nicht alle in den Bereichen, in denen Überstunden anfallen. Rund 320 Kollegen arbeiten in den Revieren im Kreis Pinneberg.

Hauptgrund für die vielen Überstunden sind die zusätzlichen Aufgaben der Polizei aufgrund des Schutzes vor möglichen terroristischen Anschlägen. „Wir haben neue Konzepte, beispielsweise für die Kieler Woche. Dadurch hat sich der Kräfteeinsatz mehr als verdoppelt“, so Kahlke. „Das ist sicher notwendig, aber alles andere als schön für die Kollegen“, meint der Gewerkschafter.

Außer der zunehmenden Belastung bei Veranstaltungen hat die Polizeidirektion Bad Segeberg auch noch Nachholbedarf bei der Personalbesetzung. Im nächsten Jahr sollen zusätzliche Kollegen in die Reviere kommen.

Wie sehr der Überstundenberg ansteigt, macht Kahlke an einem Beispiel deutlich: „Zum Jahresanfang hatten wir meist rund 40 000 Überstunden, in der Jahresmitte 55 000 bis 60 000. Jetzt sind wir schon bei 68 000. Das sind schon etwa 10 000 mehr als sonst.“ Das sei schon schwierig. Die Lösung aus Sicht des Gewerkschaftsvertreters ist eine Aufstockung des Personalbestands. Doch das sei nicht von heute auf morgen zu schaffen. Schließlich müssten die zukünftigen Kollegen erst ausgebildet werden.

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