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Pinneberger Tageblatt

17. November 2017 | 22:30 Uhr

Überflutung wegen zu kleiner Rohre

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Starkregen Bilsener Politik sucht nach Lösungen

Bei Starkregen steht der Bilsener Mühlenweg unter Wasser. Und das bereits seit etlichen Jahren. Der Ausschuss für Bauen, Wege und Umwelt beschäftigte sich während seiner jüngsten Sitzung im Dörpshuus mit diesem Problem. Der Sachstand zur Beseitigung der Überschwemmungen im Mühlenweg war der wichtigste Tagesordnungspunkt.

„Wir hätten das Problem lieber gestern als morgen gelöst, aber wir sollten uns erneut mit dem Wasserverband Krückau und dem Ingenieurbüro zusammensetzen, um eine Lösung zu finden, die kostenmäßig im Rahmen bleibt“, so Bürgermeister Peter Lehnert (CDU).

Vorsitzender Matthias Gülck (CDU) hatte zuvor die Ursachen erläutert. Demnach fließt Regenwasser in Rohren von Lehmkuhlenweg und Tiedemann-Straße in einen Gully am westlichen Ende des Mühlenwegs. Weiter wird das Wasser unter das Gelände von Kordes geleitet. Und hier liegt der Knackpunkt: Das Rohr unter dem Kordesgelände ist mit 20 Zentimetern Durchmesser zu klein und fasst bei Starkregen die Wassermassen nicht. Das Wasser staut sich, wird über den Gully gedrückt und füllt zunächst den Graben, der die zweite Hälfte des Mühlenwegs von der B  4 kommend entlangläuft. „Der ist häufig bis zur Oberkante gefüllt“, sagte Anwohner Wolf Halm, der die Ausschusssitzung als Besucher verfolgte.


Neue Leitungen werden teuer


„Bei uns regnet es ja viel, und oft schafft der Graben die Wassermenge nicht, so dass es auf die Straße läuft“, sagte Hahn, der nicht als einziger in dem Überschwemmungsgebiet eine Tiefgarage besitzt. „Neulich habe ich die Feuerwehr gerufen, weil das Wasser drohte, in meine Tiefgarage zu laufen“, so Halm. Bei einem anderen Anwohner sei die Tiefgarage mehrfach vollgelaufen. Anhand einer Zeichnung konnten die Politiker die Verrohrungen unter dem Kordesgelände verfolgen. Aber: „Dort und in den vorhandenen Schächten auf dem Kordes-Gelände können wir nicht sehen, bis wohin das Rohr mit 20 Zentimetern Durchmesser verläuft“, so Gülck.

Fest stehe, dass ein größerer Rohrdurchmesser wichtig sei. Mögliche Lösungen: buddeln und neu verlegen, den Graben im Mühlenweg verrohren. Die Verlegung einer Rohrleitung quer über die Fläche kostet nach den Berechnungen eines Planungsbüros 105  000 Euro. Die Variante, eine Entlastungsleitung am Knick entlang auf der anderen Straßenseite des Grabens auf einem Privatgrundstück zu verlegen, kostet 110  000 Euro. Die vorherige Schätzung lag bei 60  000 Euro.

Am Tag nach der Ausschusssitzung hat Karl-Heinz Bonnhoff, Vorsitzender des Wasserverbands, gemeinsam mit einer vom Verband beauftragten Firma das Rohrsystem auf dem Firmengelände Kordes von einer Kamera durchfahren lassen. „Von der Mühlenstraße läuft das in den 1960er Jahren verlegte 20-Zentimeter-Durchmesser Rohr bis etwa 30 Meter vor der Grenze des Betriebsgeländes. Dann kommt ein 50-Zentimeter-Rohr, danach ein 60-Zentimeter- Rohr, bevor das Wasser in den Verbandsgraben fließt“, so Bonnhoff. Er fügte an, dass damals gerade Gärtnereien offene Verbandsgräben verrohrt haben. „Das war üblich und auch möglich“, sagte Bonnhoff. Heute sei es kaum mehr erlaubt, einen offenen Graben, sprich Fließgewässer, aus Umweltgründen zu verrohren.

Noch ein Problem betreff Graben im Mühlenweg gab es während der Sitzung. Die Frage tauchte auf, wer für die Pflege zuständig ist. „Verkrautete Gräben haben eine verminderte Fließleistung“, merkte Besucher Halm. Gülck dazu: „Die Grabenränder mäht der Gemeindearbeiter. Mit dem Gerät kommt er jedoch nicht in den Graben hinein.“ Es sei immer üblich gewesen, dass die Anwohner mit Hand angelegt hätten. Es werde aber geklärt, wer nach rechtlichen Vorgaben verantwortlich sei.

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