zur Navigation springen

Hoffnung für Baptiste : Über 500 Menschen beteiligen sich an der Typisierung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Potenzielle Stammzellenspender lassen sich für Langelner typisieren. Mehr als 50 Helfer im Einsatz.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2015 | 10:00 Uhr

Langeln/Alveslohe | 512 potenzielle Stammzellenspender haben sich am Sonnabend in der Bürgerhalle Alveslohe typisieren lassen. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und der Sportverein TuS Teutonia Alveslohe hatten die Typisierungsaktion auf die Beine gestellt, um dem 26-jährigen Baptiste Tassel aus Langeln zu helfen. Bei dem Animationsfilmkünstler war Anfang Februar schwere „Aplastische Anämie“, eine sehr seltene Knochenmarkserkrankung, diagnostiziert worden. Bisher fand sich kein passender Spender in der Datenbank der DKMS. Nun liegen die Hoffnungen auf den 512 Neueinträgen.

Am Freitag hatten zirka 30 Helfer Tische aufgebaut, Markierungen befestigt und Absperrungen errichtet. „Heute sind mehr als 50 Helfer im Einsatz. Davon viele Freunde, Verwandte und Vereinsmitglieder“, sagte Bert Krutzinaa vom TuS Teutonia Alveslohe am Sonnabend. Für Baptistes Familie begann der Tag um 7 Uhr. Der 26-Jährige, der seit dem 10. Februar in einem Isolierzimmer lebt, das er wegen des nicht vorhandenen Immunsystems nicht verlassen darf, sendete seinem Vater eine SMS: „Heute ist der große Tag. Bedanke Dich bitte in meinem Namen bei allen Helfern.“

Baptistes Mutter half Sonnabend selbst beim Blutabnehmen, sein Vater Bernd Mölck-Tassel sprach mit zahlreichen Spendern und hielt seinen Sohn im Krankenhaus auf dem Laufenden: „Ich habe einige Fotos gemacht und ihm zugesendet. Vor allem von Freunden und Nachbarn, die selbst helfen.“ Sein Blick verfolgte das Geschehen in der Turnhalle und mit erstickter Stimme sagte er: „Die meisten Menschen, die hierher kommen, kenne ich nicht. Das finde ich beeindruckend. Es ist so unglaublich, wie viele fremde Menschen sich typisieren lassen, um Baptiste zu helfen.“

Schulterschluss: Simon Stifter von der DKMS (v. l.), Fritz Haberla, Alveslohes Bürgermeister Peter Kroll, Bert Krutzinaa und Hans Hachmann, Vorsitzender des TuS Teutonia Alveslohe, hoffen, dass ein passender Spender für Baptiste gefunden wird. (Foto: Fröhlig)
 

Auch Simon Stifter von der DKMS war überaus zufrieden: „Es ist toll, dass so viele Menschen gekommen sind.“ Durch den Aufruf seien zudem weitere Aktionen bei Studierenden der HAW in Hamburg und in Berlin geplant. „Es ist immer wieder aufs Neue schön, zu sehen, wie motiviert die Helfer sind und dass sie ihre Freizeit opfern, um hier mitzuarbeiten.“

Die den Teilnehmern entnommenen Proben – fünf Milliliter Blut – werden nun untersucht. In wenigen Wochen soll dann feststehen, ob ein genetischer Zwilling für Baptiste dabei ist. Zudem werde in Nordamerika gesucht. In Europa blieb die Suche bisher erfolglos.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen