Schüler retten Leben : Typisierungsaktion in der Berufsschule Elmshorn

Denisse Prieto und Marlon Waldheit lassen sich während der Typisierungsaktion ihrer Schule registrieren.
Denisse Prieto und Marlon Waldheit lassen sich während der Typisierungsaktion ihrer Schule registrieren.

Schülerinnen und Schüler konnten sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen.

shz.de von
07. Juni 2018, 10:15 Uhr

Elmshorn | Es dauert nur wenige Sekunden: Mit drei Wattestäbchen fährt Marlon Waldheit über die Innenseite seiner Wangen. Eine Minute lang, dann hat das Wattestück genug Speichel aufgesogen. Im Anschluss lässt er die Stäbchen kurz an der Luft antrocknen, steckt sie in einen Umschlag und füllt ein Formular aus. Das war’s auch schon: Der 24-Jährige hat sich am Mittwoch in der Berufsschule Elmshorn bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registriert.

„Etwa 1000 bis 1200 Schüler hören sich den Vortrag zur Knochenmarkspende an und können sich danach registrieren lassen“, schätzt Jan Heinitz, Verbindungslehrer und Mitorganisator der Aktion. Anders, als es häufig bei Typisierungsaktionen der Fall ist, gibt es diesmal keinen traurigen Anlass, aber „es muss ja nicht immer soweit kommen, dass einer betroffen ist“, findet Heinitz. Auf die Idee kam die Schülervetretung. „Das haben wir schon an meiner letzten Schule gemacht“, erzählt Merlin Loudwin. „Also bin ich hier zum Schulleiter gegangen und habe ihn davon überzeugt.“ Er selbst habe sich bereits an seinem 17. Geburtstag registrieren lassen. Die Motivation zu seinem Engagement zieht der 20-Jährige aus einer persönlichen Erfahrung: „Aus meinem Bekanntenkreis war jemand betroffen, für die leider kein Spender gefunden wurde.“

Vortrag über Stammzellenspende

Dieses Schicksal teilt auch DKMS-Ansprechpartnerin Anna-Lena Schmidt, die die Aktion an der Berufsschule betreut. Seit knapp zwei Jahren engagiert sich die Studentin bei Spendersuchen in Schulen und Unternehmen.

In einem 45-minütigen Vortrag informiert sie die Berufsschüler über die Geschichte und Arbeit der DKMS sowie über den Ablauf einer Stammzellenspende. „Mittlerweile wird in 80 Prozent der Fälle eine periphere Stammzellenentnahme durchgeführt. Das sieht dann in etwa so aus wie bei einer Blutwäsche“, erklärt Schmidt. Wie lange die Spende dauert, hänge ab von dem Empfänger: „Spendet man für ein kleines Kind, ist man manchmal schon nach einer Stunde durch, bei einem großen erwachsenen Mann kann es einige Stunden dauern.“

So einfach

Im Anschluss an den Vortrag in der Aula gehen die Schüler, die sich für die Registrierung entscheiden, in einen angrenzenden Klassenraum. Dort sind 16 Tische aufgebaut, an denen die Schüler die Wangenabstriche durchführen und das Formular ausfüllen. Beratend stehen die Schüler der Fachoberstufe und der Pflegeassistenz-Klasse zur Seite, die die Aktion betreuen. Zuvor haben sie dafür eine genaue Anleitung von Schmidt bekommen. Als letztes werden alle Proben und Formulare an einer Station gesammelt. Das Ganze dauert keine zehn Minuten.

„Ich wusste vorher nicht, dass es so einfach ist“, sagt Denisse Prieto. Die 21-Jährige gehört zu den ersten, die sich am Mittwoch in der Berufsschule registrieren ließen.

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