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Große Resonanz in Schenefeld : Typisierung: 3070 Menschen wollen Paula retten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Überwältigende Resonanz auf Aufruf. Potenzielle Stammzellenspender lassen sich in Schenefeld registrieren.

Schenefeld | Bereits 20 Minuten bevor die Typisierungsaktion „Paula braucht Helden“ offiziell startete, zog sich die Schlange der Wartenden von der Wache der Freiwilligen Feuerwehr Schenefeld bis zum „Stadtzentrum“. Mehrere Hundert Menschen wollten sich von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) typisieren lassen, um der Schenefelderin Paula Rüpcke zu helfen. 3070 neue Registrierungen vermeldete die Feuerwehr nach mehr als fünf Stunden.

„Das ist echt überwältigend“, sagte Roxana Macki. Die 16-Jährige ist Mitschülerin und Freundin von Paula, die im Februar die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs erhielt. „Sie wäre so gern hier, aber leider geht das derzeit nicht“, sagte Macki, die immer wieder kurze Filme drehte und Fotos ans Krankenbett sendete. „Ich habe ihr damals versprochen, dass ich helfe und das Versprechen löse ich heute ein“, sagte die Schülerin. Selbst konnte sie sich nicht typisieren lassen – sie hat das Mindestalter von 17 Jahren noch nicht erreicht. „Das hole ich aber sofort nach, sobald ich darf. Ich habe den Test für zu Hause schon bei der DKMS angefordert.“

„Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend. Es ist der Wahnsinn, was die Feuerwehr hier auf die Beine gestellt hat“, sagte Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD), die die Registrierungsaktion als Schirmherrin begleitete und am Sonnabend selbst in der Endkontrolle für die Fragebögen und Blutproben saß.

Etwa eine Stunde mussten diejenigen warten, die sich typisieren lassen wollten. In der Fahrzeughalle wurden Fragebögen ausgefüllt und ein Speicheltest durchgeführt. „Es hat sich herausgestellt, dass die Erfolgschancen einer Stammzellenspende größer sind, wenn der CMV-Status bei Spender und Empfänger ähnlich sind“, erläuterte Katrin Dördelmann, Mitarbeiterin der DKMS. CMV (Cytomegalievirus) ist ein ähnlicher Erreger wie Herpesviren. Bisher konnte dieser nur über Blutproben ermittelt werden. „Das Labor hat ein neues Testverfahren entwickelt, das wir hier ausprobieren. Daher werden alle zweimal getestet“, sagte Dördelmann. Nach der Speichelprobe wurde den potenziellen Spendern in den Mannschaftsräumen an 26 Plätzen Blut abgenommen.

3070 Menschen ließen sich am Sonnabend wie Marcel Knibbe von Christin Zentner Blut für die medizinischen Tests abnehmen. „Das war hier unfassbar gute Arbeit“, lobte Katrin Dördelmann, Mitarbeiterin der DKMS.
3070 Menschen ließen sich am Sonnabend wie Marcel Knibbe von Christin Zentner Blut für die medizinischen Tests abnehmen. „Das war hier unfassbar gute Arbeit“, lobte Katrin Dördelmann, Mitarbeiterin der DKMS. Foto: Bastian Fröhlig
 

Mitschüler, Feuerwehrkameraden und für Paula total Fremde aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen kamen für die Typisierung nach Schenefeld. „Wir haben bei Facebook davon erfahren und sind mit acht Kameraden gekommen“, sagte Holger Hille, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Picher in Mecklenburg-Vorpommern, der Schenefelder Partnerwehr. Die Blauröcke gaben nicht nur ihre Blutprobe ab, sondern halfen auch bei der Registrierung. „Insgesamt sind 180 Helfer im Einsatz – nicht nur von der Feuerwehr“, erläuterte Helge Kudenholdt, Pressesprecher der Feuerwehr Schenefeld.

Am Dienstag will Hille beim Wehrführertreffen des Landkreises Ludwigslust-Parchim über die Typisierung berichten. „Wir wollen eine eigene Aktion für Paula durchführen, um noch mehr potenzielle Spender zu finden. Wir hoffen, dass für Paula jemand dabei ist.“ Dördelmann, zuständig für die Spendermobilisierung der DKMS, lobte: „Das war hier unfassbar gute Arbeit.“

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