Turnerheim verliert Schutzstatus

Rellinger Bauausschuss berät Dienstag unter anderem über „kulturhistorisch wertvolles“ Gebäude / Gremium noch in alter Besetzung

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16. Mai 2018, 16:00 Uhr

Die öffentliche Sitzung des Rellinger Bauausschusses am Dienstag, 22. Mai, ab 19 Uhr im Rathaus bringt noch einmal das Gremium der vergangenen Wahlperiode in den Sitzungsraum zusammen. Unter der letztmaligen Leitung von Eckhard Schlesselmann (CDU) – der Politiker ist nicht mehr zur Kommunalwahl angetreten – wird das Gremium eine Liste mit 16 Tagesordnungspunkten abarbeiten. Gleich zum Auftakt dürften Lehrer, Eltern und Schüler an der Brüder-Grimm-Schule die Ohren spitzen: Es geht um den aktuellen Sanierungsstand.

Und da geht es mit Tempo voran: „Aktuell wird mit Hochdruck am Innenausbau gearbeitet. Der Estrich ist verlegt, der Trockenbau beginnt die Decken zu verschließen, Wand- und Bodenfliesen sind in den WC-Kernen und Küche verlegt. Im Außenbereich hat der Gartenlandschaftsbau begonnen und im Innenhof wird geklinkert. Im Gewerk Elektro verursachen defekte Netzwerkleitungen Probleme, die im Planungsteam gelöst werden müssen. Die im aktuellen Terminplan festgelegten Meilensteine werden grundsätzlich gehalten und die Maßnahme liegt aktuell im Budget“, heißt es zusammenfassend aus der Verwaltung.

Die Noch-Mitglieder des Ausschusses – außer Schlesselmann und seinem Stellvertreter Christian-Matthias Zimmermann (SPD) diskutieren noch Dr. Steffen Böhm-Rupprecht, Petra Krzesinski, Hans-Günther Reinke, Rolf-Rüdiger Schmidt und Sören Wilkens (alle CDU), Peter Geercken und Gunnar Koltzk (beide SPD) sowie Dr. Konrad Wolf (Grüne) – sehen sich auch mit einem Déjà-vu konfrontiert: „Das mehr als 300 Jahre alte Turnerheim an der Hohle Straße wird nicht in der aktuellen Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein geführt“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt.


Dialog mit Unterer    Denkmalschutzbehörde

Die seit Wochen schwelende Diskussion über den „Erhalt des kulturhistorisch wertvollen Rellinger Turnerheims“ veranlasste die Verwaltung, Kontakt zu der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Pinneberg aufzunehmen, um die Streichung des Rellinger Turnerheims aus der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein kritisch zu hinterfragen. Seitens der Verwaltung wurde vor diesem Hintergrund eine Expertin von der unteren Denkmalschutzbehörde zum Dialog ins Rathaus eingeladen. Fakt ist: Seit der Neufassung des Denkmalschutzgesetzes am 30.    Dezember 2014 werde nicht weiter zwischen einfachen und besonderen Kulturdenkmälern unterschieden. Seither werden nur noch die ehemals besonderen Kulturdenkmäler unter denkmalrechtlichen Schutz gestellt. Heißt: „Wurde das Turnerheim bis zur Neufassung noch als einfaches Kulturdenkmal geführt, erfüllt es nach der Neufassung nicht mehr den Voraussetzungen, um weiter in der Denkmalliste eingetragen zu werden.“

Mit anderen Worten: Das Rellinger Turnerheim wurde bereits unter denkmalrechtlichen Gesichtspunkten geprüft, bewertet und im Ergebnis durch das Landesamt für Denkmalpflege nicht als Kulturdenkmal im Sinne des Paragrafen 2 DSchG SH eingestuft. Seit seiner Errichtung wurden im Laufe der Jahre zu viele bauliche Veränderungen durchgeführt, die einer denkmalrechtlichen Einstufung des Gebäudes widersprechen. Aus diesem Grund ist das mit Reet gedeckte Gebäude von der Schutz-Liste verschwunden.

Des Weiteren bringt das Gremium einen Batzen Geld in die Spur: Die Entwurfsplanung für die Erweiterung der Caspar-Voght-Schule liegt vor, entsprechend konnte die Kostenberechnung erstellt werden: Vorerst wird die Maßnahme etwa 15,7 Millionen Euro verschlingen. Heißt: Das Gremium will am Sitzungsabend die „Ausschreibung der Einzelverfahren“ auf den Weg bringen.

Zu guter Letzt dürfte es grünes Licht für die Sanierung des Flachdaches der Sporthalle Rellingen Ort sowie die Erneuerung der Heizungsanlage von Seiten der Politik geben. Kosten dafür: etwa 120 000 Euro. Auch die Genehmigung der Kosten für die Sanierung des Flachdaches der Feuerwehr Egenbüttel dürfte auf keinen Widerstand treffen. Eingeplant sind dafür 36 000 Euro.

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