Übungsraum statt Rumpelkammer : Turn- und Sportverein baut Vereinsheim in Eigenleistung aus

„Wo vor Kurzem noch Kulissen, Stühle und viel Krimskrams lagerte, können jetzt Sportler trainieren“, präsentieren der Vorsitzende Manfred Maier (links) und sein Stellvertreter Rainer Sieling den frisch ausgebauten Raum im Untergeschoss.
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„Wo vor Kurzem noch Kulissen, Stühle und viel Krimskrams lagerte, können jetzt Sportler trainieren“, präsentieren der Vorsitzende Manfred Maier (links) und sein Stellvertreter Rainer Sieling den frisch ausgebauten Raum im Untergeschoss.

Der Turn- und Sportverein in Hasloh baut Kellerraum im Vereinsheim in Eigenleistung aus. Notausgang ist Voraussetzung für Nutzung.

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30. Juli 2015, 16:00 Uhr

Hasloh | 15 Jahre lang fristete der etwa 125 Quadratmeter große Raum ein Dasein als Rumpelkammer. Damit ist jetzt Schluss: Der Hasloher Turn- und Sportverein (TuS) verfügt ab sofort über einen Ausweich-Übungsraum im Untergeschoss des Vereinsheims, Am Sportplatz 2.

„Die Umbauarbeiten dauerten ziemlich genau ein Jahr“, berichtet der TuS-Vorsitzende Manfred Maier. Auslöser war die bevorstehende Sanierung der Sporthalle, die dadurch für einige Zeit gesperrt sein wird. Die Überlegung „Wohin mit unseren Sportlern?“ mündete schließlich in der Entscheidung, den brachliegenden Raum im Keller auszubauen.

„Wichtigste Voraussetzung dafür war die Schaffung eines Notausgangs“, berichtet Maier. Dieser sei schon bei der Planung des Gebäudes vorgesehen gewesen, doch dann sei während der Bauarbeiten Wasser im Keller festgestellt worden. „Daraufhin wurde das Gebäude mit einer sogenannten weißen Wanne umgeben, damit der Keller trocken bleibt“, erklärt Maier. Durch diese kostspielige Maßnahme habe nach der Errichtung des Gebäudes schlicht das Geld für die Außentreppe und den Notausgang gefehlt. „Als wir später einen Kostenvoranschlag einholten, sollte der Ausbau 120.000 Euro kosten“, erinnert sich Maier.

Dass die Kosten für Materialien und Fremdfirmen weit niedriger ausfallen und insgesamt bei 35.000 Euro liegen, liegt an der Eigenleistung der Vereinsmitglieder – insbesondere Rainer Sieling, stellvertretender Vorsitzender, und Maier selbst legten Hand an, wo immer sie konnten. Knapp 200 Stunden lang wurde gestrichen, Boden verlegt und Erde geschaufelt.

„Allein 80 Stunden verbrachten wir mit dem Aushub für den Schacht der Außentreppe“, berichtet Maier. Dabei sei auch das Fundament der ursprünglich geplanten Treppe gefunden worden. „Keiner wusste mehr, ob es tatsächlich vorhanden ist – auf den Zeichnungen war es zu sehen, aber das heißt ja noch nichts“, so Maier weiter.

So konnten die Treppenstufen gesetzt und Absperrungen sowie Geländer angebracht werden. Trittschalldämmung und dickes, strapazierfähiges Laminat sorgen drinnen dafür, dass Karate-Kämpfer und Gymnastik-Damen gleichermaßen im Übungsraum trainieren können. „Auch die Zeiten bleiben so, wie sie sind“, versichert Maier. Die Theatergruppe des Vereins habe ihre Proben in dem Raum bereits aufgenommen.

„Auch für die Mannschafts-Sparten haben wir eine Lösung gefunden“, sagt Maier. Die Volleyball- und Badminton-Spieler könnten auf die ehemalige Tennishalle ausweichen. Jetzt fehlen im neuen Ausweich-Übungsraum nur noch die Fußleisten und die Beschilderung für den Notausgang. Eine Heizung indes gibt es nicht. „Die sollen sich warmturnen“, sagt Maier und lacht.

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