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Prisdorf/Westerhorn : Tunnel statt Schranke an den Bahnübergängen gewünscht

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Diskussion um Wartezeiten an Bahnübergängen in Westerhorn und Prisdorf: Viele hoffen auf Entlastung für Verkehrsteilnehmer.

Prisdorf/Westerhorn | Nerven die langen Wartezeiten an Bahnübergängen? Welche Lösung würden Sie sich wünschen? Das haben wir unsere Leser jüngst gefragt, als diese Zeitung über die langen Wartezeiten an den Bahnhöfen in Prisdorf und Westerhorn berichtet hatte. Die Reaktionen per Mail und in densozialen Netzwerken waren vielfältig: Einige haben keine Probleme mit dem Warten. Andere wünschen sich einen Tunnel.

An der Online-Umfrage haben 195 Leser teilgenommen. Das Ergebnis ist eindeutig. Die Mehrheit von 46 Prozent empfindet die Schließzeiten als viel zu lang. 28 Prozent sagen: „Die Sicherheit geht vor.“ Als angemessen beurteilen 21 Prozent der Befragten die Schließzeiten. Lediglich fünf Prozent würden auch noch länger warten.

Auch der Prisdorfer Hans-Joachim Heincke hat keine Probleme mit den Schließzeiten: „Wir Prisdorfer sind froh, dass es so zahlreiche Verbindungen nach Hamburg beziehungsweise nach Altona gibt; da muss man schon in Kauf nehmen, dass manchmal die Schranken geschlossen sind.“

Michael Krüger, Sprecher der Interessengemeinschaft Südtangente, die seit Jahren für eine andere Streckenführung der geplanten Kreisstraße 22 in Tornesch kämpft, sieht das deutlich problematischer. Er verweist auf das Verkehrsgutachten der Stadt aus dem Jahr 2013. Das Ergebnis sei „ernüchternd“ gewesen. Demnach waren die Schranken während der achtstündigen Messzeit in Prisdorf 4,5 Stunden geschlossen, die längste Schließzeit habe elf Minuten betragen. Die Messung deckt sich mit den Informationen von der Deutschen Bahn. Etwa 300 Züge müssen werktags durch den Ort. Rechnerisch sind die Schranken bei einer Schließzeit von drei Minuten länger als die Hälfte des Tages geschlossen. Die Konsequenz ist für Krüger klar: „Mit Blick auf die langen Autoschlangen vor dem Bahnübergang Prisdorf fordern wir seit vielen Jahren eine K22-Südumgehung von Tornesch, im weiteren Straßenverlauf den Bahnübergang Prisdorf zu untertunneln und den Verkehr dann zur Westumgehung Pinneberg und A23 zu leiten.“

Bei Facebook gehen die Kommentare stark in eine Richtung: Die Schranken seien eine gefühlte Ewigkeit geschlossen, berichten mehrere User. In Prisdorf, so schreibt ein Umfrage-Teilnehmer, habe er sogar seinen Zug verpasst, weil er zehn Minuten vor der Schranke warten musste.

Für Dirk Zawada-Walther gibt es nur eine Lösung: „Der Bahnverkehr insbesondere zwischen Pinneberg und Elmshorn ist extrem dicht getaktet. Die Bahn hat meiner Meinung nach überhaupt keine Möglichkeit, hier zu optimieren“, sagt er. „Die einzig sinnvolle Lösung ist, sämtliche Bahnschranken auf diesem Streckenabschnitt durch Unterführungen oder Brücken zu ersetzen – alles andere ist absoluter Blödsinn.“

Auch wenn dies eine deutliche Entlastung bedeuten würde: In Prisdorf wird es in absehbarer Zeit wohl keinen Tunnel geben. Die Idee sei aus Kostengründen verworfen worden, so Bürgermeister Wilfried Hans (CDU). Ein Tunnel sei nichtfinanzierbar. Auch in Westerhorn gab es derartige Überlegungen. Dies sei baulich heute nicht mehr möglich, so Bürgermeister Bernd Reimers (CDU).

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erstellt am 11.Mär.2016 | 14:00 Uhr

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