Hunderte Besucher in der Moschee : Türkisch-Islamische Gemeinde feiert drei Tage

Gacettin Alhan bereitete am Grill Spieße für die Besucher des Wohltätigkeitsbasars der Pinneberger Moschee in der Friedensstraße zu.
Gacettin Alhan bereitete am Grill Spieße für die Besucher des Wohltätigkeitsbasars der Pinneberger Moschee in der Friedensstraße zu.

Wohltätigkeitsbasar in Pinneberg. Geld für Integrations- und Jugendarbeit gesammelt.

shz.de von
02. Mai 2017, 13:00 Uhr

Pinneberg | Sonnabend ging nichts mehr in der Friedensstraße. Alles war zugeparkt. Das Ziel der Besucher: die Pinneberger Moschee. „Freitagabend war noch viel mehr los“, freute sich Seref Ciftci, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde Pinneberg, Ditib Nord. Hunderte Besucher kamen zum traditionellen Wohltätigkeitsbasar, der sich über drei Tage hinzog.

Seref Ciftci, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde Pinneberg, gab zwischenzeitlich beim Kinderspiel den Takt vor.
Bastian Fröhlig
Seref Ciftci, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde Pinneberg, gab zwischenzeitlich beim Kinderspiel den Takt vor.

„Wir leben nur von Spenden und da ist jede zusätzliche Einnahme wichtig für die Gemeinde“, erläuterte Ciftci. Daher habe sich der Benefizbasar, bei dem zahlreiche von Gemeindemitgliedern und Besuchern gespendete orientalische Speisen angeboten wurden, mittlerweile zur Traditionsveranstaltung entwickelt. Ebenso wichtig für Ciftci: der Dialog der 260 Gemeindemitglieder – davon 60 Frauen – mit Besuchern. „Wir betreuen in der Woche etwa 220 Kinder der Gemeinde und Flüchtlingskinder“, sagte Ciftci. Sprache, Erziehung und Bildung seien dabei die Themen.

„Das wichtigste ist die Sprache. Da wir bei den Flüchtlingen Menschen verschiedenster Herkunft haben, ist Deutsch die einheitliche Sprache“, so Ciftci. Diese sei elementar, um sich in der Gesellschaft zu integrieren. „Wir bringen den Kindern und Jugendlichen, aber auch den Geflüchteten bei, dass es wichtig ist, sich an Gesetze zu halten“, sagte Ciftci. Er selbst lebt seit 40 Jahren in Deutschland und hat seit 1999 die deutsche Staatsbürgerschaft.

„Die erste Generation Türken, die nach Deutschland kam, hatte viele Probleme, sich zu integrieren, denn sie wollte hier nur arbeiten. Die Jugendlichen heute wollen hier leben und haben keine Probleme“, so Ciftci. Daher sei es wichtig, dass sie auch helfen, Flüchtlinge zu betreuen.

Die Jugendlichen der Gemeinde stellten Henna-Tattoos her.
Bastian Fröhlig
Die Jugendlichen der Gemeinde stellten Henna-Tattoos her.
 

Doch ganz zufrieden war Ciftci mit dem Besuch am Wochenende nicht. „Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Deutsche kommen, die sich die Moschee ansehen“, sagte er. Und auch der Termin war etwas unglücklich gewählt, wie der Vereinsvorsitzende erläutert: „Es gab an diesem Wochenende parallel Veranstaltungen in Wedel, Uetersen und Norderstedt. Normalerweise helfen wir uns gegenseitig. Das hat diesmal nicht geklappt.“ Das wolle er im kommenden Jahr wieder ändern – mit der Verbesserung des internen Dialogs zwischen den Gemeinden.

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