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Roboter-Olympiade : Tüftler aus Tornesch wollen nach Katar

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Klaus-Groth-Schüler in Tornesch qualifizieren sich für Bundesfinale in Dortmund. Bau und Programmierung zeitintensiv.

von
erstellt am 02.Jun.2015 | 14:15 Uhr

Tornesch | Roboter haben an der Tornescher Klaus-Groth-Schule einen festen Stammplatz. Seit 2011 gibt es an der Bildungseinrichtung eine Arbeitsgemeinschaft, inzwischen sogar einen zusätzlich Wahlpflichtkursus, in denen sich junge Tüftler ausgiebig mit dem Bau sowie der Programmierung der mechanischen Helfer beschäftigen. Beim Landesausscheid der Internationalen Roboter-Olympiade, der am Wochenende in Bad Oldesloe stattfand, qualifizierte sich ein Team der Schule für den Bundeswettbewerb, der Ende Juni in Dortmund stattfindet. Dort winkt, ein erneuter Erfolg vorausgesetzt, die Teilnahme am Weltfinale im November in Katar.

Für Kevin Kliegel, Moritz Hamminger und André Zacher wäre das ein toller Erfolg – aber keine Premiere. Denn schon 2014 schafften es die drei Teenager auf die internationale Bühne: Im russischen Sotschi stand damals ein vierter Platz zu Buche. „Team Legocraft“ nennt sich das Trio. Der Name verrät das Wesen der Roboter – sie bestehen vollständig aus speziellen Bausätzen des dänischen Spielzeugherstellers.

Doch statt Spielerei war bei den Schülern eher Hirnschmalz gefragt. „In unserer Kategorie mussten wir mit unserem Roboter verschiedene Würfel auf einem Spielfeld einsammeln und diese auf einem farblich jeweils passenden Berg in der Ecke ablegen“, berichtet Kliegel. Die Aufgabe sei ihm und seien Mitstreitern seit Februar bekannt gewesen. „Dann ging es an die Planung und den Bau. Wir haben unseren Roboter, der eine Art Kran ist, immer wieder modifizieren müssen. Es sind wohl mindestens 138 Stunden dafür draufgegangen“, sagt Hamminger, der für die Programmierung zuständig ist. Auf diesem Punkt liegt im Wettbewerb auch das Hauptaugenmerk – für den rein mechanischen Zusammenbau ihres Roboters benötigt mittlerweile keiner der drei länger als 20 Minuten.

Techniklehrer Mario Selck, der die AG und den Kursus einst initiiert hat , ist stolz auf seine jungen Tüftler. „Ich muss während des Unterrichts gar nicht viel machen. Alle arbeiten absolut selbstständig und in unseren 90-minütigen Einheiten sogar die Pause durch“, sagt er. Kein Wunder also, dass Selck mehrere Eisen im Feuer hat. So wird in Dortmund noch ein weiteres Team an den Start gehen – und zwar in der Disziplin Roboter-Fußball. „Die Roboter, jeweils ein Torwart und ein Feldspieler, sind dabei mit Infrarotsuchern ausgestattet, die den Ball identifizieren können. Ziel ist es diesen, wie beim richtigen Fußball, im gegnerischen Tor unterzubringen“, so Selck.

Kevin Kliegel (v. l.), Moritz Hamminger und André Zacher  wollen sich erneut für das Weltfinale qualifizieren. (Foto: Werner)
Kevin Kliegel (v. l.), Moritz Hamminger und André Zacher wollen sich erneut für das Weltfinale qualifizieren. (Foto: Werner)
 

Noch vor dem Deutschland-Finale steht am Sonnabend, 13. Juni, zudem ein weiteres Ereignis an, auf das sich aktuell der gesamte Kursus vorbereitet: der Landeswettbewerb „Robothlon“ in Kiel. Zehn Roboter müssen dabei konstruiert werden, die in drei Disziplinen zum Einsatz kommen: in einem Labyrinth, bei einem „Staffellauf“ sowie in einer Art Choreografie, bei der es darauf ankommt, dass sich die Lego-Roboter entweder synchron oder, wie in diesem Jahr, im Rhythmus bewegen. „Wir bauen eine Roboter-Band. Komplett mit Gitarristen, Bassisten und Trommler“, sagt Selck. Bei der Premiere des „Robothlons“ im Vorjahr sei man unter 76 Teilnehmern Dritter geworden.

Trotz aller Erfolge ist der AG-Leiter allerdings nicht wunschlos glücklich. Grund: das Geld: „Sollten wir uns für das WM-Finale in Katar qualifizieren, würde die Teilnahme 6000 Euro kosten. Die haben wir noch nicht zusammen“, sagt er. Wer das Team unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an den Förderverein der Schule unter foerderverein-kgst@aktivatax.de wenden.

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