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Pinneberger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 01:57 Uhr

Zum Tod von Bernd Schröder : Tschüs, Bernd

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Am Montagabend starb der beliebte SPD-Politiker Bernd Schröder im Alter von 63 Jahren. Als langjähriges Mitglied des Schleswig-Holsteiner Landtags und der Pinneberger Ratsversammlung hinterließ er im Kreis viele Spuren. Ein persönlicher Nachruf von unserem Redakteur Andreas Daebeler.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 15:00 Uhr

Ich erinnere mich noch gut ans Frühjahr 2011. Mein bester Freund lag im Sterben. Krebs. Seinerzeit telefonierte ich häufig mit Bernd Schröder. Holte mir Ratschläge. Mut. Von einem Mann, der selbst seit langem gegen diese grauenvolle Krankheit kämpfte. Einem Mann, den ich schon seit 2001 als Politiker kannte. Und den ich in diesen Tagen vor zwei Jahren ein wenig näher kennenlernen durfte. Als einen warmherzigen, sich kümmernden Menschen. Einen, der gesundheitliche Rückschläge immer wieder in Kraft ummünzen konnte. Der arbeitete, auch wenn es ihm noch so schlecht ging. Der immer wieder aufstand. Das hat mich beeindruckt.

Worte finden: Das ist meine tägliche Aufgabe. Am heutigen Tag ist es schwere Bürde. Weil ein Mann gegangen ist, der als Volksvertreter stets Mensch blieb. Ein Mann, der von politischen Gegnern geschätzt wurde, weil er Fairness lebte. Weil er sich für Kinder und Jugendliche einsetzte. Für seine Stadt. Sein Pinneberg. Unermüdlich.

Bernd Schröder war für viele Kollegen in dieser Redaktion mehr als nur ein langjähriger Wegbegleiter. Er war verlässlicher Partner, wenn es um Ausbildungsinitiativen ging. War für Nachfragen immer erreichbar. Er konnte auch mal ungehalten sein, wenn ihm die Berichterstattung nicht passte. Streitbar war er, keine Frage. Nie aber verletzend.

Journalist und Politiker - dieses Verhältnis verlangt Distanz. Die ist zwischen uns nie verloren gegangen, obwohl Bernd Schröder mir irgendwann das „Du“ anbot. Job und privates Gespräch zu trennen – nur eine seiner Stärken. Er hatte viele.

Tschüs Bernd, ich bin froh, dass ich Dich kennen durfte. Du fehlst.

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