SHMF : Trioabend voll ungestümer Kraft

<p>Rellingen startet ins SHMF: Der Geiger Erik Schumann (von links), die Pianistin Anna Vinnitskaya und der Cellist Leonard Elschenbroich  spielten Brahms. </p>

Rellingen startet ins SHMF: Der Geiger Erik Schumann (von links), die Pianistin Anna Vinnitskaya und der Cellist Leonard Elschenbroich  spielten Brahms.

Drei Ausnahmekünstler spielen fulminantes Auftaktkonzert zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Rellinger Kirche.

shz.de von
10. Juli 2018, 16:30 Uhr

Der Geiger Erik Schumann, der Cellist Leonard Elschenbroich und die Pianistin Anna Vinnitskaya: drei Musiker, die schon früh viele Erfolge feiern durften und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Außer  ihrer Leidenschaft für die Kammermusik verbindet die herausragenden Künstler, dass sie alle Preisträger des von der Sparkassen-Finanzgruppe gestifteten Leonard Bernstein Awards des Schleswig-Holstein Musik Festivals sind. Und genau für dieses gaben sie am Sonntagabend den Rellinger Startschuss in der Barockkirche. Auf dem Programm standen  Robert Schumann mit dem Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 63, Johannes Brahms mit „Vier ernsten Gesängen“ op. 121 (Fassung für Violoncello und Klavier) und Felix Mendelssohn-Bartholdy mit dem Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 49.

Vorweg sei gesagt, dass das Konzert vom perfekten Zusammenspiel und der fröhlichen Art der Musiker lebte, die mit viel Gefühl und Spielfreude die jeweiligen Besonderheiten der Werke und ihres Komponisten herausarbeiteten. Indes trägt neben dem Können, mit dem ein Solist sein Instrument beherrscht auch die Körpersprache zum Konzertgenuss bei. Da war Erik Schumann mit seiner angenehm zurückhaltenden Art, Vinnitskaya mit temperamentvollem Ausdruck und  Elschenbroich, der es mimisch mitunter übertrieb, sich aber äußerst wohlklingend ins Ensemble fügte.

In der voll besetzten Barockkirche gingen die Musiker mit ungestümer Kraft in die Ausgestaltung dieses Trioabends.  Die markante Bogenführung der Streicher und das brillante, perlende Klavierspiel machten die Aufführung zu einem besonderen Genuss. Neben all der beeindruckenden Virtuosität war nicht immer Raum für das kleine Schweigen in der Musik, das Innehalten, etwa für die dunkle Poesie in Brahms Komposition oder Schumanns vielschichtige Romantik.

Doch zwischendurch glänzte sie immer wieder hell, zart und hochmusikalisch auf, die Hingabe, mit der Schumann, Elschenbroich und Vinnitskaya das Konzert ausgestalteten.

Auch der zweite Teil brachte mit Mendelssohns Klaviertrio die Musik des Komponisten in allen vier Sätzen zum Leuchten. Da war das zart anmutende und verträumte Andante con moto tranquillo, schön ausgestaltet von der  Pianistin Vinnitskaya, und der dritte ungestüme Satz, der in reizvoller Farbigkeit die große Ausdruckskraft dieser instrumentalen Dreierbesetzung spüren ließ.

Die Zugabe, das Andante aus dem 3. Klaviertrio von Brahms,  sorgte für einen runden Abschluss des sehr gelungenen Sommerkonzertes – nachdem das fantastische Trio sich überschwänglich vor seinem Auditorium verbeugt und Erik Schumann sich sympathisch für den riesigen Beifall bedankt hatte.

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