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Kreis Pinneberg : Treffen der Kreispräsidenten in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Politiker besuchen Zuchtbetrieb des Holsteiner Verbands. Flüchtlinge auf der Agenda. Neue Erstaufnahmestellen gefordert.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2015 | 12:15 Uhr

Elmshorn | Die Kreispräsidenten der elf schleswig-holsteinischen Landkreise haben sich am Montag in Elmshorn getroffen. Die Spitzenpolitiker kommen zweimal jährlich zusammen. Die Gastgeberschaft wechselt reihum, sodass der Kreis Pinneberg etwa alle fünf bis sechs Jahre Ausrichter des Treffens ist. Gestern beschäftigten sich die Politiker vor allem mit den Themen Flucht und Asyl.

Die Kreispräsidenten trafen sich zunächst in der Elmshorner Reit- und Fahrschule, um sich von Ronald Schultz die Arbeit des Pferdezuchtbetriebs im Holsteiner Verband erläutern zu lassen. Der Verband unterhält auch ein großes Sport- und Veranstaltungsgelände. Für Burkhard Tiemann (CDU) ein Grund zur Frage, ob Elmshorn auch als Austragungsort für olympische Reitwettbewerbe bereitstehe. „Wir haben das im Hinterkopf. Eine Anfrage aus Hamburg gibt es allerdings noch nicht“, sagte Schultz, der bei den Züchtern für Auktionen und Export zuständig ist.

In einer anschließenden Sitzung im Kreishaus erarbeiteten die Kreispräsidenten ein Positionspapier zur Flüchtlingspolitik. Sie formulierten klar, dass es zwischen Kommunen und Land noch lange nicht so gut funktioniere, wie Innenminister Stefan Studt (SPD) es während seines Besuchs in Pinneberg vergangene Woche vermuten ließ. Studt hatte gesagt, mit dem Transfer einer Pauschale von 900 Euro je Flüchtling sei ein „stabiles System“ geschaffen worden.

„Die derzeitige Kommunikation zwischen Land und Kommunen bei der Bewältigung der anfallenden Probleme ist stark verbesserungsbedürftig“, heißt es dagegen in dem Positionspapier. Die Landesregierung müsse weitere Erstaufnahmeeinrichtungen schaffen und dürfe Menschen ohne Bleibeperspektive nicht weiter auf die Kommunen verteilen. Zur Finanzierung heißt es: „Voraussetzung zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik in den Kreisen und Kommunen ist, dass den Kommunen noch im laufenden Jahr erheblich mehr Mittel von staatlicher Seite zur Verfügung gestellt werden.“ An die Bundesregierung appellieren die Kreistagspräsidenten, eine europäische Lösung zu forcieren. „Die Bevölkerung in unserem Land braucht dringend Signale vom Bund und der Europäischen Union, dass künftig nicht jeder Bedürftige in Deutschland aufgenommen werden kann“, schreiben die Kreispolitiker. Hilfsbereitschaft sei keine Einbahnstraße in Richtung Deutschland und Schweden.

Der Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes e. V. ist 1935 aus der Fusion des Pferdezuchtvereins Kremper Marsch von 1883 und dem Verband des Schleswig-Holsteiner Geestlandes von 1896 hervorgegangen. Das Holsteiner Brandzeichen, ein stilisiertes „H“ in einem Wappenschild, ist seit 1944 Markenzeichen der Tiere. Waren die Holsteiner zunächst für die Wirtschaft, etwa als Zugtier für Kutschen, in der Landwirtschaft und als Reittier fürs Militär, gezüchtet, begann in den 1950er Jahren mit dem von Fritz Thiedemann gerittenen Meteor auch eine sportliche Erfolgsgeschichte. Thiedemann (1918-2000) ist Namensgeber der großen Auktions- und Reithalle des Holsteiner Verbandes an der Elmshorner Westerstraße. Zahlreiche Olympiasieger, Weltmeister und Europameister in Dressur, Vielseitigkeit und Sprung ritten Tiere aus der Zucht des Verbands. Der Verband ist in zwölf Körbezirke aufgeteilt. Die Elmshorner Reit- und Fahrschule ist Zentrum für die Vermarktung. Dort stehen außerdem die meisten Hengste. In der Kieler Geschäftsstelle werden die Stut- und Hengstbücher geführt. Sie ist zudem Sitz etlicher Kommissionen des Verbands.
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