Rellingen : Treffen beim Leierkastenmann

Mit bedruckten Steinen, Glasuntersetzern in Tiergestalt und Schlüsselanhängern bessern Tom (12, von links), Ida (6) und Line (10) ihr Taschengeld auf.
1 von 3
Mit bedruckten Steinen, Glasuntersetzern in Tiergestalt und Schlüsselanhängern bessern Tom (12, von links), Ida (6) und Line (10) ihr Taschengeld auf.

Dieter Schröder spielt seit 1972 zum Jahresausklang die Drehorgel. Spenden für den Erhalt der Rellinger Kirche gesammelt.

shz.de von
02. Januar 2015, 16:00 Uhr

Rellingen | Silvestertreff beim Leierkastenmann: Ein nicht mehr wegzudenkender Brauch zum Jahresausklang. Seit 1972 steht Dieter Schröder an diesem Tag vor seinem Geschäft in der Hauptstraße und dreht die Kurbel.

Rundherum ein unentwegtes Kommen und Gehen. Es scheint, als gäbe sich die ganze Gemeinde ein fröhliches Stelldichein. Wiedersehensfreude bei Glühwein oder Kinderpunsch. Jung und Alt stehen in Grüppchen beieinander, ihre ungezwungenen Plaudereien vermischen sich mit den Klängen der Drehorgel. Immer geht es auch um einen guten Zweck. Diesmal sammelt Schröder für den Erhalt der Rellinger Kirche.

„Rellingen macht Spaß“: So erlebte nicht nur Bürgermeisterin Anja Radtke diesen Tag. Für Hans Jürgen Stammer ist es jedes Mal „eine angenehme Pflicht“, dabei zu sein. Der Vorsitzende der Spielvereinigung Halstenbek Rellingen (SVHR) erinnerte daran, dass Dieter Schröder viele Jahre lang den Vereinsvorsitz innehatte. Auch Henry Behrmann, Schröders Nachfolger als Rellinger Bürgervorsteher, ließ es sich nicht nehmen, dem Drehorgelmeister über die Schulter zu gucken. Der Klönschnack am Leierkasten gehöre nun einmal dazu, „ebenso wie der anschließende Kauf des Silvesterkarpfens“, sagte Charlotte Griep. Sie habe sich das Ereignis bisher in keinem Jahr entgehen lassen.

Das gilt nicht nur für Rellinger: Monika Mecklenburg aus Schenefeld kommt auch immer gerne dorthin. Aus Pinneberg mischte sich mit vielen anderen Bürgervorsteherin Natalina Boenigk unter die Menge. Fritz Schultz brachte stolzen Lokalpatriotismus mit: Er sei „aus dem schönen Waldenau“, hob er hervor.

Zum Jahresende 2014 war der Familiensenior aber nicht der einzige, der den altehrwürdigen Leierkasten bediente. Sohn Karsten sprang immer wieder ein, um seinem Vater eine Pause zu gönnen, und das mit unbekümmerter Selbstverständlichkeit: Natürlich werde er die Tradition fortsetzen, wenn es seinem Vater irgendwann einmal zu beschwerlich werden sollte, macht er klar.

Der Bürgertreff vor Schröders Laden ist ohnehin ein Familienunternehmen. Alle passen auf, dass Neuankömmlinge herzlich begrüßt werden. Ehefrauen sorgen dafür, dass jeder einen vollen Becher hat. Und die Enkelkinder Tom, Line und Ida sind mit ihrem eigenen Verkaufsstand dabei. Bedruckte Steine, fantasievolle Untersetzer für Gläser und Tassen, Schlüsselanhänger und Tierfiguren gab es bei ihnen, alles aus eigener Bastelproduktion. Für nur 50 Cent konnte man eine Überraschungstüte erstehen.

Ganz besonders glücklich war Ursel Neuhoff an diesem Tag. Die Vorsitzende des Fördervereins für den Erhalt der Rellinger Kirche konnte im Anschluss an Schröders Auftritt Spenden in Höhe von 1395,87 Euro in Empfang nehmen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen