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Trauma-Ambulanz trotz Spenden weiter in akuter Finanznot

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

von
erstellt am 02.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Die Fallzahlen der Trauma-Ambulanz Westholstein steigen immer weiter. Und mit ihnen nehmen die Sorgen zu. Denn die Finanzierung ist nicht geklärt, das Geld eigentlich aufgebraucht. Doch Ingrid Kohlschmitt, Geschäftsführerin des Wendepunkts, betont: „Wir weisen kein Kind ab.“

Gemeinsam mit den Regio-Kliniken hat der in Elmshorn ansässige Wendepunkt die Ambulanz zum Jahresstart gegründet. Inzwischen wurden über 80 Fälle bearbeitet. Regio-Pressesprecher Sebastian Kimstädt sprach angesichts der Entwicklung von einer „Erfolgsgeschichte“. Die Trauma-Ambulanz sei aber auf finanzielle Hilfe angewiesen. Kohlschmitt formulierte deutlicher: „Es ist anstrengend, ständig nicht zu wissen, wie es weitergeht.“ Ihr großer Dank gilt den beiden Hauptsponsoren: 20 000 Euro kamen von der Kroschke-Stiftung für Kinder und 15 000 Euro von der Initiative Appen musiziert. Rolf Heidenberger, Initiator der Appener Benefizveranstaltung, sagte sogar weitere Hilfe zu: „Wir haben bereits zusätzlich vier Patenschaften für traumatisierte Kinder übernommen und stehen auch weiterhin zur Verfügung.“

Das Grundproblem der Ambulanz ist, dass ein Großteil ihrer Arbeit nicht durch Mittel des Kreises Pinneberg oder des Opferentschädigungsgesetzes (OEG) gedeckt ist. Lediglich in elf der 80 Fälle griff das OEG, da dafür unter anderem eine Anzeige Voraussetzung ist. „Wir behandeln aber nicht nur Opfer von Gewalt, sondern auch Kinder und Jugendliche, die nach Unfällen oder anderen Ereignissen traumatisiert sind“, so Kohlschmitt. Deshalb sei die Ambulanz dringend auf Spenden angewiesen. Sie hoffe, die Einrichtung als bundesweites Pilotprojekt etablieren zu können, um finanzielle Sicherheit zu schaffen.

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