Tränenreicher Abschied

Der Chor des scheidenden Pastors sang Abschiedslieder in der Christuskirche.  Fotos: Heiderhoff (4)
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Der Chor des scheidenden Pastors sang Abschiedslieder in der Christuskirche. Fotos: Heiderhoff (4)

Pastor Christoph Stegmann vom Dienst entpflichtet / Feierlicher Gottesdienst mit Tanz und Chor-Auftritt

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21. Januar 2019, 16:00 Uhr

Er verantwortete 36 Jahre lang die Altenheimseelsorge und war diesbezüglich in Seniorenanlagen in Pinneberg, Kummerfeld, Prisdorf und Tornesch tätig. Nun ist Pastor Christoph Stegmann am Freitag mit einem Gottesdienst in der Christuskirche feierlich verabschiedet worden.

„Ich möchte dir für deine außerordentliche berufliche Leistung und für deine Treue, Ausdauer und Beharrlichkeit danken“, sagte Propst Thomas Drope, der ihn per Handschlag von seinem Dienst entpflichtete. Es handele sich bei Stegmann um einen Pastor, der die alten Menschen mit viel Herzblut und Leidenschaft betreut habe. Mit seiner empfindsamen Art habe er die Bedürfnisse der Menschen in den von ihm initiierten Trauercafés aufgefangen.

Zahlreiche, sichtlich berührte Menschen fanden sich am Freitag zur Verabschiedung des mit stimmungsvollen Tanz- und Chorauftritten bereicherten Gottesdienstes ein. „Es sind die Menschen, die ich am meisten vermissen werde“, erläuterte Stegmann mit bewegter Stimme. Je länger man die einzelnen Menschen betreue, desto intensiver fühle man sich ihnen verbunden.

„Die meisten empfanden es als ziemlich schwierig, ihre Selbstständigkeit aufgeben zu müssen“, berichtete der Pastor. Er erläuterte, bei seinen Gesprächen von den in der Regel über 80-jährigen Betreuten viel über die Kriegszeit erfahren zu haben.

Als wichtigste Instrumente bei seiner Tätigkeit führte er seinen Glauben, sein die Senioren erfreuendes Flötenspiel, aber auch seine Fähigkeit, zuhören zu können, an. Stegmann leitete mehr als 20  Jahre lang den Pastorotti-Chor, den Seniorentanzkreis in Waldenau und den meditativen Tanzkreis in Pinneberg. Mit der Tanzgruppe und dem Chor gestaltete er ein bis zwei Gottesdienste im Jahr. Der Pastor organisierte zudem Trauercafés und Trauergruppen sowie 29 Reisen für Senioren. Vier Seniorenwohnanlagen betreute er in seiner Amtszeit, am Ende waren es drei.

Für die Stelle von Pastor Stegmann gibt es keinen Nachfolger. „Der Bedarf ist aber sicherlich da“, erläuterte Stegmann. Der Personalmangel werde in den nächsten Jahren aus seiner Sicht sicherlich zunehmen. 900  Menschen gingen bis 2030 in der Nordkirche in Rente. Die Gemeindepastoren sollen künftig den Bereich Stegmanns übernehmen. Stegmann selbst plant, seinen Ruhestand zu genießen und sich seinen Hobbys wie beispielweise dem Märchen schreiben zu widmen.

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