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Tierschützer alarmiert : Toter Storch im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

War eine Windkraftanlage oder eine Hochspannungsleitung schuld an Qual des Vogels?

Kreis Pinneberg | Den langen, anstrengenden Flug aus seinem afrikanischen Winterquartier zurück in den Norden Deutschlands hatte er geschafft. Doch kaum angekommen, wurde ihm möglicherweise eine Windkraftanlage oder eine Hochspannungsleitung zum Verhängnis. Einer der Störche aus Horst und Grönland wurde so stark verletzt, dass er eingeschläfert werden musste, um ihn von seinen Qualen zu befreien.

Christian Erdmann, Leiter der Sparrieshooper Wildtierstation und seit 25 Jahren in der Wildtierpflege tätig, wurde von einem Radfahrer alarmiert, der den verletzten Storch entdeckt hatte. Beiden Männern gelang es, das Tier einzufangen. „Es bot sich ein schreckliches Bild“, berichtet der Tierschützer. Beide Beine des Tiers waren gebrochen und hingen nur noch an wenigen Fetzen Haut. „Die Schmerzen müssen unerträglich gewesen sein“, so der Tierschützer.

Der Storch wurde zum Tierarzt gebracht. Dort musste er eingeschläfert werden. „Gerade jetzt, wo die immer noch seltenen Vögel anfangen, zu brüten, bedeutet der Verlust jedes einzelnen Vogels den Verlust der gesamten Brut“, weiß Erdmann. Ob die nahegelegenen Windkraftanlagen oder die Hochspannungsleitungen dem Storch zum Verhängnis wurden, sei unklar, so Erdmann. Tatsache sei jedoch, dass „unzählige Greifvögel“ Jahr für Jahr Opfer dieser Energieversorgungsanlagen würden.

Das bestätigt Bernd Quellmalz, Sprecher des für die Wedeler Vogelstation zuständigen Nabu Hamburg. Es seien jedoch nicht nur Greifvögel. Auch kleine Vögel und Fledermäuse würden häufig in die Anlagen geraten, aber meist zu Boden fallen und dort Beute von Füchsen oder anderen Räubern werden.

Dass immer wieder Greifvögel, aber auch Störche, an den Windkraftanlagen zu Tode kommen, belegt eine Studie des Michael-Otto-Instituts des Nabu in Bergenhusen. „Nur etwa zehn Prozent der Tiere überlebten den Zusammenprall. Die meisten davon mussten aufgrund schwerer Verletzungen eingeschläfert werden. In fast allen dokumentierten Fällen waren durch Kollision mit Windturbinen entstandene Verletzungen deutlich sichtbar und umfassten massive Knochenfrakturen. Oft waren einzelne Körperteile komplett abgetrennt“, heißt es in der Studie.

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erstellt am 23.Apr.2015 | 12:00 Uhr

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