Nach Tod an 18-Jähriger : Tornesch: Lisa Marie B. mit bloßen Händen erwürgt

Trauer vor dem Feuerwehrhaus in Tornesch: Ein Plakat, Blumen und Kerzen sollen an die 18-jährige Kameradin erinnern.
Trauer vor dem Feuerwehrhaus in Tornesch: Ein Plakat, Blumen und Kerzen sollen an die 18-jährige Kameradin erinnern.

Lisa Marie aus Tornesch wurde von ihrem 16 Jahre alten Feuerwehrkameraden erwürgt. Der sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

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25. März 2014, 13:25 Uhr

Tornesch | Lisa Marie B. aus Tornesch ist von ihrem 16 Jahre alten Freund Lukas M. mit den bloßen Händen erwürgt worden. Das teilte Oberstaatsanwalt Uwe Dreeßen mit. Der Jugendliche sei dem Haftrichter am Amtsgericht Itzehoe vorgeführt worden. Dieser habe gegen 12 Uhr die Unterbringung in der Jugendstrafanstalt Schleswig verfügt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Lukas M. Mord vor. Der 16-jährige Feuerwehrkamerad soll sich am vorigen Mittwochnachmittag mit Lisa Marie in seiner Wohnung an der Ahrenloher Straße getroffen haben. „Er hat sie von hinten erfasst und erwürgt“, so Dreeßen. Der Beschuldigte habe die Tat „im Wesentlichen eingeräumt“. Zu Motiven und Hintergründen der Tat machte Dreeßen zunächst keine Angaben. „Es gibt jedoch bislang keine Hinweise auf einen sexuellen Missbrauch - weder vor noch nach der Tat“, sagte er.

Lisa Marie wurde zuletzt am Mittwoch, 19. März gesehen, nachmittags um 16.30 Uhr in Höhe der Feuerwache, ebenfalls in der Ahrenloher Straße in Tornesch. Als sie abends nicht nach Hause kam, meldeten ihre Eltern sie als vermisst. Am nächsten Tag erschien Lisa Marie nicht an ihrer Arbeitsstelle. Die Kriminalpolizei Pinneberg nahm die Ermittlungen auf und befragte Bekannte aus dem Umfeld der jungen Frau. Zeitgleich startete die Freiwillige Feuerwehr eine Netz-Suche nach ihrer Kameradin, indem sie Fotos von Lisa Marie bei Facebook einstellte. Mehrere Tausend Menschen teilten die Bilder der Vermissten deutschlandweit. Doch gefunden wurde Lisa Marie nicht.

Am Nachmittag nach dem Verschwinden veröffentlichte auch die Polizei Fotos und eine Beschreibung der 18-Jährigen. „Aufgrund einiger Ungereimtheiten ist eine mögliche Gefährdung der Gesuchten nicht auszuschließen und die Polizei bittet um Mithilfe aus der Bevölkerung“, schrieb Polizeisprecherin Sandra Mohr in dem Aufruf.

Mit Hunden und Hubschraubern begann eine groß angelegte Suche nach Lisa Marie. Mantrailer-Hunde, deren hervorragende Nasen speziell auf das Wiederfinden von Menschen ausgebildet sind, suchten am Boden nach der 18-Jährigen, während am Himmel die Polizei mit Hubschraubern kreiste.

Am Montag durchsuchte die Polizei das Elternhaus des 16-Jährigen und die umliegende Umgebung. Gegen Abend fanden Einsatzkräfte die Leiche von Lisa Marie – verscharrt auf einem Stoppelfeld.

Gegen 20 Uhr am Dienstagabend hatten sich rund 200 Menschen vor der Pinneberger Drostei eingefunden. Sie kamen aus dem ganzen Kreis Pinneberg, um der 18-Jährigen aus Tornesch zu gedenken. Kerzen wurden aufgestellt, einige legten Blumen und Fotos von Lisa auf die Stufen vor der Drostei. Stumm nahmen sie Abschied von dem Mädchen, das so plötzlich aus ihrem Leben gerissen wurde.

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