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Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 11:26 Uhr

K22 : Tornesch kämpft mit Nachdruck

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Stadtrat fordert Kreis und Land mit einer Resolution auf, schnell zu planen. Weitere Datenerhebungen zum Artenschutz erforderlich.

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2016 | 16:00 Uhr

Tornesch | „Der Druck wird von allen Seiten erhöht“, sagte Christopher Radon (CDU) am Dienstagabend im Rathaus während der Sitzung des Tornescher Stadtrats. Der Rat verabschiedete mit den Stimmen von CDU und SPD eine Resolution und fordert die Landesregierung und den Kreis Pinneberg auf, die Planungen für den Ausbau der Kreisstraße 22 (K22) voranzubringen. Nur die FDP stimmte dagegen.

Die Resolution ist eine Reaktion darauf, dass sich der Beschluss im Planfeststellungsverfahren zur K22 auf den Sommer 2017 verschieben soll. Gründe sind der Personalmangel bei der Planfeststellungsbehörde in Kiel und eine Überprüfung der Unterlagen zum Artenschutz. Tatsächlich muss die Kreisverwaltung noch weitere Daten hierzu erheben und an Kiel liefern. „Damit haben wir bis vor Kurzem nicht gerechnet“, sagte Kreissprecher Oliver Carstens gestern. „Die Erhebungen werden bis September dauern. Wir betreiben das aber mit Nachdruck.“

Die Straße beschäftigt Tornesch schon mehrere Jahrzehnte. 30 Millionen Euro soll es kosten, die Verbindung zwischen Uetersen und der Landesstraße 110 in der Nachbarstadt Tornesch auszubauen. Um den Stillstand zu beenden, hat der Tornescher Stadtrat bereits 2014 eine Resolution an den Kreistag verabschiedet. Durch die erneute Resolution werden diesmal Kreis und Land aufgefordert, der Hängepartie ein Ende zu bereiten. „Wir setzen uns dafür seit Jahren ein und werden das auch weiterhin tun“, versprach Manfred Mörker (SPD). Die Stadt müsse weiter Dampf machen, um Kreis und Land zum Handeln zu bewegen. Er kritisierte, dass dort offenbar unzureichend gearbeitet werde.

Umliegende Orte streiten mit

Radon betonte, dass nicht nur Tornesch für die K  22 kämpft. Auch die umliegenden Kommunen wie Uetersen und Moorrege würden sehnsüchtig auf Fortschritte warten. „Der Ausbau der K  22 ist die einzige realistische Möglichkeit, das Verkehrsaufkommen im Ortszentrum von Tornesch zu bremsen und den Verkehrsfluss aus Uetersen zu gewährleisten“, heißt es in der Resolution unter anderem. Zudem wird auf den Vorteil hingewiesen, dass die Umgehung über die K22 weitestgehend auf einer bestehenden Trasse gebaut wird.

Tornesch befürchtet darüber hinaus, dass durch die erneute Verzögerung Zuschüsse verloren gehen könnten. Die Landesregierung und insbesondere Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) werden in der Resolution deshalb aufgefordert, die weitere Förderung der Maßnahme sicherzustellen. „Das Vernachlässigen der Infrastruktur unserer Region und damit die Behinderung ihrer wirtschaftlichen Entwicklung kann unmöglich die Intention des Landes Schleswig-Holstein sein“, heißt es in dem Schreiben weiterhin.

Gunnar Werner (FDP) bezweifelt allerdings, dass der erneute Tornescher Vorstoß etwas bringt. „Ich glaube nicht, dass das Verfahren so beschleunigt wird“, sagte er. Die FDP sei zwar für eine Entlastung Torneschs, bevorzuge aber eine andere Trassenführung. Deshalb lehnten die Liberalen die Resolution ab.

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