„Wie Müll entsorgt“ : Todkranke Hündin mit riesigem Tumor in Hamburg ausgesetzt

So wurde die leidende Hündin auf der Veddel gefunden: Der kindskopf große Tumor war bereits aufgeplatzt. Das Tier wurde wenig später von seinen Leiden erlöst.
So wurde die leidende Hündin auf der Veddel gefunden: Der kindskopfgroße Tumor war bereits aufgeplatzt. Das Tier wurde wenig später von seinen Leiden erlöst.

Die Mischlingshündin wurde in einem Gebüsch mitsamt ihres Bettes gefunden und musste erlöst werden. Das Tierheim bittet um Hinweise.

shz.de von
26. Juli 2018, 21:04 Uhr

Hamburg | Dass im Sommer überdurchschnittlich viele Haustiere ausgesetzt werden, ist bekannt. Der jüngste Fall in Hamburg ist an Herzlosigkeit jedoch kaum zu überbieten: Der Tierschutzverein berichtet von einer Mischlingshündin mit einem kindskopfgroßen Tumor, die in einem Gebüsch an der Straße Am Gleise 1-3 auf der Veddel mitsamt ihres Bettes ausgesetzt wurde. „Der Tumor war bereits aufgeplatzt, der Hund muss über Monate stark gelitten haben“, sagte Tierschutzverein-Mitarbeiter Sven Fraaß. Die Hündin haben nur noch von ihren Qualen erlöst werden können, für eine Operation sei es zu spät gewesen.

Am 22. Juli habe gegen 20.50 Uhr ein Passant die braun-schwarz gestromte Mischlingshündin, die in einem grauen Hundebett in einem Grünstreifen unweit der Bahngleise ausgesetzt worden war, entdeckt. Neben dem Hundebett lag demnach auch noch eine weiße Bettdecke.

Die alarmierte Tierrettung des Tierschutzvereins rückte aus, um der Hündin zu helfen. Das war den Experten zufolge nicht mehr möglich: das Tier war abgemagert und der Tumor aufgeplatzt, sodass sie sich auch nicht mehr richtig hinlegen konnte. Die etwa elfjährige Hundedame hatte nach Meinung des hinzugezogenen Tierarztes mindestens ein halbes Jahr lang unter erheblichen Schmerzen gelitten.

„Die Hündin wurde wie Müll entsorgt. Da hilft auch kein Hundebett. Geholfen hätte der Hündin und uns nur ein verantwortliches Handeln des Halters“, sagt Sandra Gulla, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins.

500 Euro für sachdienliche Hinweise

Das Aussetzen eines Tieres stelle einen gravierenden Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar und werde mit einem Bußgeld bis zu 25.000 Euro geahndet. In diesem Fall stelle das Zufügen von Leid und Schmerzen, indem dem schwerkranken Tier eine dringend notwendige tiermedizinische Behandlung vorenthalten wurde, eine Straftat dar.

Das Tierheim Hamburg hat Strafanzeige gestellt und eine Belohnung von 500 Euro für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täterin führen, ausgelobt. Telefon: 040 /21110634 (von 10-14 Uhr), E-Mail: tierschutzberatung@hamburger-tierschutzverein.de.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen