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Die „Appen musiziert“-Stars im Interview : Tina Kemp von den Les Humphries Singers: „Die Bühne ist mein Leben“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Tina Kemp von den Les Humphries Singers über ihr Engagement bei „Appen musiziert“, großen Ruhm und eigenen Seelenfrieden.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2015 | 14:00 Uhr

Appen | Die Les Humphries Singers gehörten mit Songs wie „Mexico“ zu den erfolgreichsten Bands der 1970er Jahre. Auf der Bühne begeistern sie mit veränderter Besetzung immer noch ihre Fans. Tina Kemp war in der Anfangszeit dabei und gehört nach einer längeren Pause seit dem Jahr 2007 wieder zu der Gruppe, die am Sonntag, 20. September, bei der 25. und letzten „Appen musiziert“-Gala auftritt. Im Interview spricht die Sängerin über ihr Leben zwischen Bühne und Pub-Tresen.

Was können die Besucher in Appen von den Les Humphries Singers erwarten?
Tina Kemp: Einen fröhlichen und professionellen Auftritt. Wir hoffen, dass wir schon mit Live-Band auftreten. Es ist aber noch nicht sicher, ob das wirklich klappt. Dass wir live singen, ist selbstverständlich.

Was hat Ihnen bei Ihrem ersten Auftritt in der Gemeinde Appen besonders gefallen?
Ich finde es beeindruckend, dass so eine tolle Veranstaltung nur mit Freiwilligen auf die Beine gestellt und von so vielen Leuten unterstützt wird. Zudem ist Organisator Rolf Heidenberger ein unglaublich sympathischer Mensch. Auch das, was uns Künstlern hinter der Bühne angeboten wurde, war einmalig. Das Wichtigste ist aber, dass immer ganz viel Geld für kranke Kinder zusammenkommt.

Wieso ist es Ihnen wichtig, eine Veranstaltung wie „Appen musiziert“ zu unterstützen?
Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern und habe vier Enkel. Zum Glück sind alle gesund. Es gibt aber so viele Kinder, denen es nicht so gut geht. Insbesondere in sozial schwachen Familien können sich die Eltern die Behandlungen häufig gar nicht leisten. Das ist tragisch. Deshalb ist es so wichtig, Veranstaltungen wie „Appen musiziert“ zu unterstützen.

Sie sind schon mehrere Jahrzehnte im Musikbusiness. Was hat sich alles verändert?
Es ist fast alles anders, aber meiner Meinung nach nicht besser geworden. Ich habe mit 13 Jahren in Stockholm angefangen, professionell Musik zu machen. Früher musste man mehrere Jahre hart arbeiten, um die Chance auf einen Plattenvertrag zu bekommen. Musiker mussten beweisen, dass sie wirklich gut sind. Heute reichen dagegen häufig ein hübsches Gesicht und ein knackiger Hintern. Auch CDs werden kaum noch verkauft. Es wird fast alles aus dem Internet heruntergeladen, und die Leidenschaft für die Musik fehlt.

Die Les Humphries Singers wurden 1969 von dem damals in Hamburg lebenden Engländer Les Humphries gegründet. Vor allem im deutschsprachigen Raum hatte die Gruppe zahlreiche Hits. Zu den erfolgreichsten Titeln zählen „Mexico“, „Mama Loo“ und „Kansas City“. Liz Mitchell sowie Jürgen Drews gehörten ebenfalls zu den Les Humphries Singers. Ende 1976 lösten sich die Singers auf, feierten aber 2007 ein Comeback. Seit 2010 ist die Gruppe wieder verstärkt unterwegs.

Sie waren bereits Anfang der 1970er Jahre Mitglied der Les Humphries Singers und sind nach einer Pause 2007 wieder eingestiegen. Was hat Sie zum Comeback bewogen?
Wenn ich auftrete, vergesse ich einfach alles – mein Alter, meine Arthrose und alle anderen Wehwehchen. Die Bühne ist mein Leben. Sollte ich einmal ein Buch schreiben, wäre „Von Rampensau zu Tresenschlampe“ der passende Titel. Schließlich führe ich mit meinem Mann Gibbo schon seit einigen Jahren „Kemp‘s English Pub“. Es hat einige Zeit gedauert, bis wir vom Publikum angenommen wurden. Nun wissen aber auch die Taxifahrer, wo das „Kemp’s“ ist. Ein sicheres Zeichen, dass wir angekommen sind.

Was bringt mehr Spaß? Die Musik oder die Arbeit hinter dem Tresen?
Immer die Musik. Schon als Kind habe ich meiner Mutter gesagt, dass ich eine berühmte Musikerin werde, die auf der ganzen Welt unterwegs ist. Singen war schon immer meine Leidenschaft. Daran wird sich niemals etwas ändern. Wahrscheinlich singe ich noch auf meiner eigenen Beerdigung.

Was hat sich bei den Les Humphries Singers seit den Anfängen geändert?
Wir haben früher zu viele Tourneen gemacht und zu viele Platten produziert. Deswegen bin ich damals ausgestiegen. Irgendwann wird es nicht nur den Künstlern, sondern auch dem Publikum zu viel. Wenn jemand dauerpräsent ist, hat sich die Öffentlichkeit schnell satt gesehen. Das kann selbst einer so talentierten Künstlerin wie Helene Fischer passieren. Weniger ist manchmal mehr. Das hat Les Humphries leider nicht verstanden.

Sie sind in Deutschland geboren, in Schweden aufgewachsen, haben in England gelebt und sind nun wieder in Hamburg. In welchem Land fühlen Sie sich am wohlsten?
Ich habe einen schwedischen und einen englischen Pass. Mein Herz gehört beiden Ländern, vielleicht noch ein bisschen mehr England. Ich bin aber auch eine patriotische Schwedin und habe deshalb vor kurzem mit Begeisterung die Prinzenhochzeit verfolgt. Mit Deutschland verbindet mich vor allem, dass meine Kinder hier leben. Dass ich in der Bundesrepublik geboren bin, war in Schweden eine Belastung. Ich wurde als „Hitler-Kind“ beschimpft. Dabei wusste ich damals nicht einmal, wer Hitler überhaupt ist.

Karten für „Appen musiziert“ gibt es im Ticket-Center des A. Beig-Verlags in Pinneberg, Damm 9-19, sowie in den Geschäftsstellen in Elmshorn, Schulstraße 62-66, in Wedel, Bahnhofstraße 65, in Quickborn, Kieler Straße 80, sowie in Barmstedt, Reichenstraße 17. Telefonische Vorbestellungen sind unter 04101-5356233 möglich. Die Tickets kosten 15 Euro. Weitere Vorverkaufsstellen sind:  Marens LaDiDa, Hauptstraße 24 in Appen, Edeka Jensen, August-Christen-Straße 6 in Barmstedt, Edeka Appel, Waldhof 3 in Ellerbek, Theaterkasse Konzert und Event, Kirchenstraße 8 in Elmshorn, Edeka Böge, Hauptstraße 37-43 in Halstenbek, Theaterkasse Moorrege, Wedeler Chaussee 26 in Moorrege, Edeka Bert Meyer, Dingstätte 5 und Saarlandstraße 65 in Pinneberg, Edeka Böge, Nienhöfener Straße 19a in Pinneberg, Marktkauf, Peiner Hag 1 in Prisdorf, Edeka Appel, Krupunder 2 in Rellingen, Edeka Böge, Hauptstraße 39 in Rellingen, Edeka Ermeling, Gerberstraße 1 in Uetersen, Edeka Jensen, Am Marienhof 3 in Wedel, Edeka Paulsen, Im Sande 2, in Holm.
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