Tierschutz: Verein schlägt Alarm

In freier Wildbahn  vermehren sich die Samtpfoten unkontrolliert.
In freier Wildbahn vermehren sich die Samtpfoten unkontrolliert.

Katzenkastration wegen Geldmangels ausgesetzt

shz.de von
20. August 2018, 14:53 Uhr

Zirka 450 freilebende Katzen gibt es in Pinneberg und der näheren Umgebung – und es werden immer mehr. Denn: Die Aktionen zur Kastration der freilebenden Katzen können aufgrund von Finanzierungsproblemen in ganz Schleswig-Holstein nicht ausgeführt werden. Bereits im Frühjahr wurde die Initiative ausgesetzt. Pro Katze würden zirka 100 Euro Behandlungskosten anfallen. Jetzt schlägt der Tierschutzverein Pinneberg und Umgebung Alarm.

„Eine Katze wird im Schnitt zweimal pro Jahr tragend. Das bedeutet, dass es pro Katze und Jahr zirka 20    bis 30 Kitten dazukommen“, sagt Peter Dorendorf, Pressesprecher des Tierschutzvereins. Daraus ergebe sich nicht nur das Problem der Überbevölkerung, sondern auch ein weitreichenderes: Krankheiten, zum Beispiel Katzenschnupfen oder das sogenannte Katzen-Aids, verbreiten sich schneller und können auf die Hauskatzen übertragen werden.

Aus diesem Grund appelliert der Verein jetzt an die Vertreter der Kommunen und Städte, sich diesem Anliegen nicht zu verschließen. „Bisher wurden die Kosten für die Aktionen zur Hälfte vom Land getragen. Die andere Hälfte übernahmen die Kommunen“, berichtet Dorendorf. Das sei nun anders. Die Kommunen würden sich beteiligen. Jedoch nur unter der Voraussetzung, dass nachgewiesen wird, dass sich die betroffene Katze im zuständigen Gebiet aufhält. „Die Vertreter der Gemeinden vergessen dabei, dass die freilebenden Katzen ihre Einzugsgebiete wechseln. Das ist der Untergang der erfolgreichen, landesweiten Kastrationsaktion“, fürchtet der Pressesprecher. „Es ist in den Augen der Tierschützer viel zu früh, ein in den letzten Jahren erfolgreiches Modell kleinkrämerisch zu verwerfen, dass zudem von anderen Bundesländern zwischenzeitlich übernommen wird“, führt er weiter aus.

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