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Das Sonntagsgespräch : „Tierschutz fängt für mich bei Kleintieren an“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Markus Lemke, neuer Vorsitzender des Tierschutzvereins Tornesch, spricht über seine Arbeit und die Zukunft des Vereins.

Warum haben Sie den Vorsitz des Tierschutzvereins Tornesch übernommen?
Markus Lemke: Mir ging es in erster Linie darum, den Verein zu retten. Ich hatte gehört, dass dringend ein erster Vorsitzender gesucht wurde und der Verein deshalb sogar über eine Fusion mit dem Pinneberger Tierschützern nachdachte. Ein Zusammenschluss heißt im Prinzip, dass ein Verein aufgelöst wird. Das hätte ich schade gefunden. Tornesch und Pinneberg sind zudem nicht unmittelbare Nachbarn. Deswegen machen zwei eigenständige Vereine mehr Sinn.

Waren Sie vorher schon in einem Tierschutzverein aktiv?
Ich war vorher in Pinneberg, habe dort aber aufgehört, um die Aufgabe in Tornesch zu übernehmen. Der Tierschutz liegt mir einfach am Herzen.

Wie sieht Ihre Arbeit aus?
Die Aufgabe ist umfangreich und ich versuche, so viel Zeit und Energie wie möglich in die Arbeit zu investieren. Der Aufwand richtet sich auch nach der Zahl der eingehenden Anrufe auf dem Tierschutzhandy. Ratschläge können häufig telefonisch erteilt werden. Wird Missbrauch angezeigt, müssen wir dem nachgehen.

Wie ist nun die Stimmung im Verein?
Es herrscht Erleichterung, dass der Verein gerettet wurde. Mein Eindruck ist, dass es sehr familiär zugeht. Alle haben mich mit offenen Armen empfangen und geben mir die Chance, mich zu bewähren. Die Aufgabe bedeutet für mich einen Sprung ins kalte Wasser. Eine ehemalige Vorsitzende des Tierschutzvereins Pinneberg hatte mich in Tornesch empfohlen, so dass ich mich dort vorstellen durfte und auch gewählt wurde.

Was haben Sie für Ziele?
Ich will dazu beitragen, dass der Verein in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen wird und dafür auch soziale Medien wie Facebook nutzen. Im Vordergrund steht aber natürlich die allgemeine Tierschutzarbeit. Es bereitet mir Freude, Tieren zu helfen. Egal, ob Igel, Taube oder Hund. Wenn ich eine Taube zum Tierarzt bringe, die angefahren wurde, geht mir das Herz auf. Tierschutz fängt für mich bei den Kleintieren wie Hamstern an und endet bei den Giraffen. Jedes Lebewesen hat das Recht, auf diesem Planeten zu leben.

Mit was für Problemen hat der Verein zu kämpfen?
Wir sind auf Spenden angewiesen. Futterspenden, Unterstützung von Tierheimen, Einsatzfahrten – wir haben einige Ausgaben. Außerdem würde ich mir wünschen, dass die Mitglieder noch mehr in Erscheinung treten. Wir haben zwar mehr als 200 Mitglieder, aber nur wenige bringen sich aktiv ein.

Wieso ist Ihnen der Tierschutz so wichtig?
Es gibt in Sachen Tierschutz auf der ganzen Welt Missstände. Was es im Netz teilweise für brutale Videos zu sehen gibt, ist grauenvoll. Deswegen will ich Aufklärungsarbeit leisten, um solche Auswüchse zumindest vor Ort zu verhindern. Das Thema liegt mir noch mehr am Herzen, seitdem ich einen eigenen Hund habe. Derzeit halten meine Freundin und ich zwei Hunde, ein Meerschweinchen und einen Hasen. Wir haben mit den kleinen Tieren angefangen, um zu lernen, wie es ist, Verantwortung zu übernehmen.

Genießt der Tierschutz einen ausreichenden Stellenwert?
Mir ist aufgefallen, dass es in den Tierschutzvereinen nur wenige junge Leute gibt. Ich bin mit meinen 26 Jahren eher eine Ausnahme. Ich würde mich freuen, wenn sich noch mehr Menschen in meinem Alter für das Thema interessieren. Außerdem finde ich es schade, dass der Tierschutz von vielen belächelt wird.

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erstellt am 29.Nov.2015 | 11:00 Uhr

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